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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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Kurz Und Knapp Profiliert

  • madame federkiel
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

22. Januar 2008 2 22 /01 /Januar /2008 20:35

Die Wohnungstür ist nur angelehnt! Der Krach, der aus dem Wohnzimmer kommt, ähnelt den Geräuschen aus dem Schlachthof, wenn Schweine geschlachtet werden. Quietschtöne in höchsten Höhen!


Ich pirsche mich vorsichtig an die angelehnte Wohnzimmertür und das Blut erstarrt mir fast in den Adern. 

Das ist mein Wohnzimmer!?!  Um Gottes Willen, laß es nicht wahr sein!  
Meine Kinder sehen aus!!  
Und erst der dazugehörige Opa!!
Und das ganze Chaos wird musikalisch untermalt von Vadder Abraham und den Schlümpfen, die lautstark aus der Stereoanlage dröhnen.

Erst einmal stelle ich die Musik aus.
Meine Lieben gucken etwas verlegen.

„Sagt mal, was ist hier denn passiert?“ sage ich, so wenig vorwurfsvoll wie möglich, und schaue in das braun verschmierte Gesicht meines Vaters, das irgendwie paniert aussieht. Die braune Klebrigkeit setzt sich auf seinem Oberhemd und der Hose fort.
Er erzählt mir, leicht verlegen und doch stolz, daß er den Kindern Schokoladenpudding gekocht habe.

„Nach guter alter Art, Tschawoll! Die Kinder kriegen ja heutzutage nur noch Fertigprodukte von ihren Eltern!“

„Opa hat uns gezeigt, wie man Pudding ohne Löffel essen kann!“ sagt  mein ebenfalls sehr interessant dekoriertes Kind Kiki triumphierend, und Kati meint, daß Opa auch ziemlich gut Kartoffelchips mit dem Mund auffangen kann.

„Jedenfalls meistens“ sage ich, und sehe entnervt auf die zertrampelten Chips im Flokati.

„Und der große Fleck da?“ wage ich zart anzufragen.

„Ach da ist uns beim Puddingauslecken eine Schale vom Tisch gefallen. Wir haben aber gleich alles weggewischt. Sieht man doch kaum noch, oder?“ sagt schlingelig diese meine ehemalige persönliche Leitfigur, und glaubt das selbst nicht.

Meine Kinder gucken glücklich aus ihrer schmutzigen Wäsche, und der überaus verantwortliche Großvater trollt sich mit ihnen in Richtung Badezimmer, aus dem sofort ein Concerto grosso aus drei munteren Kehlen ertönt.

Ist das derselbe Mann, der jedesmal streng guckte, wenn ich als Kind zu laut lachte, oder wenn ich auch beim Essen meine Klappe nicht halten konnte?

Der laute Musik haßte und jedesmal genervt war, wenn ich ihn an seinem wohlverdienten Feierabend etwas fragen, oder mit ihm spielen wollte.

Ist das wirklich und wahrhaftig derselbe Mann, der nie Zeit für mich hatte, dem ich nichts, aber auch gar nichts recht machen konnte?

Und vor allem, der immer auf korrekte, saubere Kleidung Wert legte?

 

„Kann mir mal einer sagen, warum ich nicht gleich sein Enkel geworden bin?!“ ;o))    ©mf

Diese Geschichte entstand zu dem Thema: Verhalten sich Väter anders, als Großväter?
Rückschlüsse auf lebende Personen sind beabsichtigt, die Autorin gibt jedoch zu bedenken, dass auch Krimi-Autoren nicht zwingend morden müssen, um darüber schreiben zu können! ;o)

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