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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

7. März 2008 5 07 /03 /März /2008 22:59

In einem Internetforum stellte ich folgendes Szenario zur Diskussion:
Ein Drogensüchtiger raubt einer alten Frau die Handtasche mit ihrer kleiner Rente, bringt sie so in eine furchtbare Situation - sie ist verletzt, Geld weg und Angst hat sie auch.
So oder ähnlich tausendmal geschehen.

Was würden Sie sagen?
Ist der Junkie nun krank oder kriminell?
Muss er in eine Therapie oder ins Gefängnis oder beides?
Bitte Ihre Meinung dazu?


Ich wollte damit auf etwas ganz Bestimmtes hinaus, weil ich ja manchmal um die Ecke denke.
Aber zunächst das Resümee.


Grundtenor der meisten Kommentare zu meinem Beitrag über Raub durch Süchtige:
"Man muss die Diebe einsperren aber ihnen auch helfen."

NUR EINSPERREN wollte kaum einer.

Ich finde, dass bei erwachsenen Menschen zumindest vorausgesetzt werden kann, dass sie wissen, dass sie UNRECHT tun. Völlige Straffreiheit finde ich deshalb unangemessen.


Und die alte Dame, deren Rente weg ist und die zukünftig vor jedem Bankgang Angst hat? Was wird mit der?


Nur einige Auszüge aus den Kommentaren. Schön fand ich die Formulierung:

"Die Konfrontation dieser Täter mit ihren Opfern empfände ich auch als Chance für die Täter über die Konsequenzen ihrer Tat nachzudenken und auch Mitleid zu lernen und Scham."


Eine ärgerte sich über die Schonung des Täters, aufgrund Krankheit oder "schlechter Kindheit".


Eine andere dagegen hat die Hoffnung, dass über geschlossene Anstalten, in denen eine Therapie durchgeführt wird - eher eine Klinik als ein Gefängnis - allerdings nur für junge Männer und Frauen (!) eine Resozialisierung und Eingliederung in die Gesellschaft möglich wäre.


Auch schön! Eine meinte: "Da wir aber als Bürger dieses Staates ein Recht darauf haben vor Kriminellen geschützt zu werden gehört der junge Mann zuerst verurteilt, dann aus dem Verkehr gezogen und innerhalb dieser Zeit vernünftig therapiert.


Einer wollte Täter und Opfer gleichermaßen Hilfe angedeihen lassen. Sehr lobenswert.  ;o)


Ein "Vergleich" mit den Politikern ließ mich schmunzeln. Warum wohl?
Und die Gedanken über die Gesellschaft, die einige sich machten, kommen schon näher an das heran, worauf ich hinauswollte.


Nun, es handelt sich bei diesem Süchtigen um einen armen Teufel, der sich in einem Ausnahmezustand befand, der es ihm nicht erlaubte, sozial zu denken.

 
Aber es gibt auch andere Täter, die ganz ohne Not zuschlagen! Denen es offenbar Spaß macht. Dahingehend meine nächste Frage: Was ist mit denen?!?

 
Was ist mit den gierigen Top-Managern und deren Auftraggebern, die in ihrer Maßlosigkeit Arbeitsplätze vernichten und Löhne drücken, einzig zu dem Zweck der Gewinnmaximierung!
Das, obwohl sie schon Geld und Macht ausreichend für Generationen besitzen?
Die VIELE Menschen in Angst und Schrecken versetzen dadurch, dass deren gesamte Lebensplanung von heute auf morgen durch den Verlust von ihren Arbeitsplätzen infrage gestellt wird?


Die Kinder um ihre Zukunft bringen, weil sie an Ausbildungsplätzen "sparen"?


Die dem Staat und damit der Solidargemeinschaft unter dem Motto "Nach uns die Sintflut" überlassen, für die Arbeitslosen aufkommen zu müssen, nachdem sie selber jede Möglichkeit genutzt haben, "Steuern zu sparen"?


Und die am Ende des Wirtschaftsjahres verkünden, wie sie wieder durch ihr rigoroses, menschenverachtendes Handeln die Rendite um weitere 11% steigern konnten -  oder auch nicht, wie z.B. Top-Manager, die sich mit Millionen wegloben lassen, weil sie ja Betriebsinternas kennen - scham- und hemmungslos?


Was würden Sie sagen?
Sind die krank und/oder kriminell?
Müssen sie NICHT in eine Therapie und ins Gefängnis?


Ich finde, da kommt ganz schön was an krimineller Energie zusammen, oder? Und nach Suchtverhalten sieht das auch aus, denn es gibt keine anständig und moralisch vertretbare Erklärung für so ein Verhalten.


Der kleine Taschen-Dieb, der viel weniger Leid verursacht hat und vielleicht durch Perspektivlosigkeit in diese Situation gekommen ist, landet garantiert vor Gericht!


Wieso kriegt er die volle Wucht unserer Rechtsprechung ab und die Ackermanns, Hartz, Sommers und Zumwinkels, u.s.w. ernten nur Kritik, aber sonst?


Wohlgemerkt, es geht nicht darum, am Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, dafür  muss man sein persönliches Vermögen nicht auf diese Art vermehren!
Wieso ist das eine sehr kriminell und das andere eher weniger? Läuft da nicht etwas verkehrt in unserer
Gesellschaft?!!

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Published by madame federkiel - in Nun mal im Ernst!
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Kommentare

Beate 03/12/2008 13:34

Also, ich glaube, daß hier eher Äpfel mit Birnen verglichen werden. Ganz gleich, welcher Art von Sucht ein einzelner unterliegt. Er oder sie sind ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr Herr ihres Willens, zuweilen gar ihrer Sinne. Dies tagtäglich, solange sie abhängig sind. In immer kürzeren Zeitabständen wiederholt sich das Aufflackern solcher Zeitpunkte. Bevor ein Abhängiger "kriminell" wird, verdient er sich das nötige Geld für dessen Suchtmittel i.d.R. legal. Erst, wenn der körperliche Zustand dies nicht mehr zuläßt oder die Beschaffungskosten zu hoch werden, um durch legale Arbeit erbracht zu werden, rutschen Abhängige in die "Kriminalität" ab. Mit anderen Worten: Abhängige bestrafen sich selbst und das sogar im voraus. In dem sie ihren sozialen Status, ihre Gesundheit, ihr Selbstwertgefühl einbüßen, wenn letzteres nicht schon zuvor beschädigt worden ist. Abhängigkeiten basieren nämlich häufig auf Vorkommnisse aus der Kindheit wie z.B. sexueller Mißbrauch, Gewalterfahrung etc. Manager und Politiker dagegen sind meiner Meinung nach nicht zu Abhängigen zu zählen. Mögen auch in ihrer Kindheit ähnliche oder gleichartige Dinge passiert sein, haben sie es durch Strebsamkeit kompensiert. Strebsamkeit zeichnet Manager und Politiker aus. Von der Schulbank bis zum Vorstandsvorsitzenden. Was lernen sie auf diesem langen Weg? Sich durchsetzen, auch mit unlauteren Mitteln. In der Abiturklasse, während des Studiums und auf der Karriereleiter im Unternehmen. Hier ist nicht Sucht, sondern Erziehung der allein gültige Faktor! Daraus folgt: Interventionsmöglichkeiten sind bei Managern u.ä. erfolgversprechender gegeben als es bei Abhängigen jemals der Fall sein wird.

madame federkiel 03/12/2008 14:51

Da bin ich anderer Meinung. Für mich ist die Verhaltensweise von Menschen, die nie genug bekommen können um auch nur annähernd zufrieden zu sein und dabei alle regeln missachten, ein Zeichen von Zwanghaftigkeit. Die Ursache liegt bei fast allen Fehlentwicklungen, und um solche handelt es sich meistens wenn man soziel nicht kompatibel ist, in der Unfähigkeit, sich gefühlsmäßig auf Menschen einlassen zu können, Nähe zulassen zu können. Meinen Beobachtungen nach durch Defizite in den frühesten Kinderjahren.

Anneliese 03/08/2008 13:07

Klar taucht da die Frage auf warum Drogen? Doch rechtfertigen Drogen Gewalt anderen Menschen gegenüber nicht. Keiner hat gesagt das jemand Drogen nehmen muß. Die Entscheidung fällt jeder Mensch selber, also hat er auch die Verantwortung für sein Handeln. Ja es ist eindeutig kriminell. Genauso wie es kriminell ist unter Alkoholeinfluss andere Menschen zu gefährden.

madame federkiel 03/09/2008 14:51

Das ist wohl richtig, aber leider ist es der Charakter der Sucht (die ja erwiesenermaßen eine Krankheit ist) dass sie als erstes den Willen der Betroffenen außer Kraft setzt. Freier Wille und Sucht schließen sich somit aus. Deshalb gibt es auch nicht "ein bisschen süchtig".Außerdem ging es mir hauptsächlich darum, warum das Eine als Sucht gesehen wird und der Süchtige ausgegrenzt, das Andere hingegen sogar oftmals als "tolle Leistung" anerkannt und bewundert.Für mich ist a-soziales Verhalten einfach nur a-sozial und man muss etwas dagegen tun!

Winfried Schley 03/08/2008 07:17

Schön erkannt!
Ob ein Heroinsüchtiger Gewalt anwendet, weil er weiteren Stoff braucht oder z.B. Amerika gegen den Irak Gewalt anwendet, weil es süchtig nach dessen Öl ist, es handelt sich in beiden Fällen um eine Suchtstruktur.
Die Selbstbedienungsmentalität der 10% Superreichen in unserer Gesellschaft reiht sich in dieses Suchtmuster ein, wird aber als solches nicht öffentlich bewusst und erkannt. Daher kann man es leider nicht therapieren, solange man dies nicht in einem langen öffentlichen Bewusstseinsprozess Schritt für Schritt einer Mehrheit der Gesellschaft in die Köpfe hämmert.
Die vielen Alkohol- und Drogenabhängigen unserer Gesellschaft sind nur die augenfällige Spitze eines Eisberges, der da heißt: "Ich habe ein Recht auf Konsum und Abdecken all meiner Bedürfnisse um jeden Preis."

madame federkiel 03/08/2008 12:45

Wobei das mit den Bedürfnissen ja so eine Sache ist, da es sich in beiden Fällen offensichtlich um Ersatzbefriedigung für wirkliche emotionale Zufriedenheit und menschlicher Nähe handelt.Es wurde der Menschheit von ein paar Gefühlskrüppeln suggeriert, dass diese Lebensunart, wie sie im Kapitalismus betrieben wird, die einzige richtige und mögliche ist. Nur um auf Dauer Abhängigkeiten zu schaffen und die Machtsucht dieser kranken Gruppe zu bedienen.Ausnahmen bestätigen die Regel, denn Warren Buffet, Bill Gates oder  z.B. Philip Reemtsma  brauchen Macht, um wenigstens etwas wieder auf die Reihe zu bringen, was hier schiefläuft.