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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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Kurz Und Knapp Profiliert

  • madame federkiel
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

8. April 2008 2 08 /04 /April /2008 14:06

Ich weiß sehr wohl, dass ich mich hier auf ein sehr glattes Parkett wage, aber mir fällt einiges auf bei dem plötzlichen starken Interesse in der Welt für Tibet.


Der Dalai Lama ist ein charismatischer Mann, ein echter Sympathieträger - schon dadurch glaubt man ihm. Es ist durchaus möglich, dass er meint, was er sagt, das möchte ich ihm nicht absprechen, aber vielleicht ist es kulturbedingt, dass für ihn vieles normal und rechtens ist, was wir sicher so nicht sehen würden.
 

Es gibt in der Geschichte Tibets, die im Übrigen sehr eng verbunden ist mit der Chinas, sehr viel was durchaus jederzeit nachzuprüfen ist, worüber die Allgemeinheit im Rest der Welt kaum Informiert ist.  Tibet war vom 13. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein Feudalstaat und mit unserem Verständnis von Menschenrecht und -würde nicht vereinbar
 

Bis 1959, als der Dalai Lama immer noch Tibet vorstand, befand sich fast das ganze bewirtschaftbare Land in Großgrundbesitz, auf dem Leibeigene arbeiteten.

Diese Güter standen im Besitz von zwei Gruppen: reiche säkulare Fürsten und reiche theokratische Lamas.

Das Drepungkloster war einer der größten Landbesitzer der Welt mit seinen 185 Herrensitzen, 25000 Leibeigenen, 300 großen Weidegebieten und 16000 Viehtreibern. Und die Leibeigenen waren das keinesfalls alle freiwillig! Kinder wurden ihren Eltern weggenommen, entweder zu Mönchen erzogen oder mussten als Leibeigene arbeiten.

Mehr hier -  leider nur in Englisch: michael parenti

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tibeter diese Form des Lebens wieder haben möchten.
Es wird den meisten Tibetern heute unter der chinesischen Herrschaft wirtschaftlich nicht schlechter gehen als zu Zeiten des Dalai Lamas, eher besser. Einige wenige sind natürlich hochgradig daran interessiert, die alten Verhältnisse wieder herzustellen.

Und nicht zu vergessen, dass Tibet einst das Abkommen mit Mao hatte,  sich aus den innerchinesischen Konflickten herauszuhalten und dennoch Chiang Kai-sheck bei sich aufnahm. Das verzeiht China so leicht nicht!

 

Taiwan nähert sich gerade dem Mutterland China an und im gleichen Moment flammt  der Unabhängigkeitswille der Tibeter auf??


Ich unterstütze die Rechte des tibetanischen Volkes auf eigene Kultur, Unabhängigkeit oder wenigstens auf eine Autonomie.

Wie Uri Avnery  bin ich sogar bereit,

"die Tatsache zu ignorieren, dass die sanften Tibeter ein mörderisches Pogrom gegen unschuldige Chinesen ausführten, Frauen und Männer töteten, Häuser und Läden anzündeten.

Solche abscheulichen Exzesse geschehen während eines Befreiungskampfes."

 
Aber irgendwie kommt mir das alles zu "konstruiert" vor!  Schließlich gibt es derartige Konflickte nicht nur in Tibet.

 
Aber findet dort jetzt nicht vielleicht ein Teil des verborgenen Kampfes zwischen den USA, der herrschenden Supermacht, und China, der aufstrebenden Supermacht – eine neue Version des „Großen Spiels“, das im 19. Jahrhundert in Zentralasien zwischen Großbritannien und Russland gespielt wurde, statt? Ist Tibet nur eine Karte in einem bösen Spiel?

Wer die asiatische Mentalität kennt weiß, dass man nur etwas erreicht, wenn man die Vorraussetzungen schafft, dass sein Gegenüber in Verhandlungen sein Gesicht nicht verliert.

Unsere westliche Art der Konfrontation mit ständigen Anwürfen ist da eher kontraproduktiv.

Chinesen lernen unglaublich schnell. Steht man ihnen bei ihren Problemen zur Seite, erreicht man sehr viel und es gibt sehr wohl Möglichkeiten, über alles zu reden.


Es ist leicht, von außen zu gucken und mit dem Finger zu zeigen. Ein Rezept mit Garantie, wie es besser funktionieren würde, hat aber keiner vorzuweisen.

Wir täten meines Erachtens gut daran, mit mehr Feingefühl auf den Riesen China zuzugehen.

madame federkiel macht sich halt so Gedanken......

 

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Kommentare

rehse 04/09/2008 08:33

Kompliment, Madame. Ein sehr guter Artikel. Ich glaube auch, dass sich der Ami langsam Gedanken darüber machen muß, daß die "Weltherrschaft" langsam teilbar wird. Ein Gleichgewicht der Kräfte wäre jedenfalls immer sinnvoller als die jetzige Situation. Da aber Pakistan, Indien und Nordkorea auch Atommächte sind, könnte sich die Position der USA zu stark verschieben. Das könnten wir dann auch nicht wollen.

madame federkiel 04/09/2008 15:14


Wir haben einen Trumpf im Ärmel, den wir nicht verspielen sollten; im Gegensatz zur Lebensweise der USA haben die Asiaten - besonders die Chinesen, eine hohe Achtung
vor unserer Kultur! Das gilt im Übrigen auch für die Russen. Sie gestehen uns unsere Kultur nicht nur zu, sondern sind geradezu in Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft von uns verliebt.

Somit ist es an uns, einen Weg zu deren Kulturgeschichte und daraus resultierenden Mentalität zu finden. Nur einfach mit unseren Maßstäben werten, ist zu einfach!


django 04/08/2008 15:32

Geschichte wiederholt sich,
siehe " das römische Imperium ".

madame federkiel 04/08/2008 21:26


Man sollte meinen, dass "Männschen" aus Geschichte was gelernt haben....