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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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  • madame federkiel
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

10. April 2008 4 10 /04 /April /2008 23:47

Seit den 80ger Jahren, als die westliche Welt aufbrach, um in Puna bei Bhagwan Rajneesh endlich den Sinn des Lebens und den inneren Frieden zu finden, haben alle möglichen Glaubensangebote fremder Kulturen bei uns Hochsaison.

Esotherik und Mystik boomt und der Buddhismus des Dalai Lama hat Anhänger in Europa wie nie zuvor. Für seine Anhänger ist er die sinnbildliche Verkörperung aller Sehnsüchte nach Frieden, Harmonie und Spiritualität. Er ist ihr Garant eines besseren, des besten nur denkbaren Tibets, möglicherweise die letzte Hoffnung für diesen Planeten.

In Deutschland und weltweit erscheint das „alte Tibet“, womit Tibet bis 1950 gemeint ist, als ein Paradies der Friedfertigkeit, des ökologischen Bewusstseins und der spirituellen Reife. Das ist blanker Unsinn und hat mit der tibetanischen Wirklichkeit nichts zu tun. Es ist ein Wunschdenken, dass man nicht verlieren will, um dass jetzt gekämpft wird.

Ich hatte nicht viele Informationen über Tibet, wusste nur, dass die Menschen seit ewigen Zeiten dort sehr arm sind, und dass sie mit den Mongolen verwandt sind.

Die Ereignisse der letzten Tage haben mich veranlasst, mehr über die Geschichte Tibets zu recherchieren.

Was ich fand bringt mich zu der Ansicht, dass das friedliche Tibet, von dem wir in der westlichen Welt träumen und was der Dalai Lama repräsentiert, nie existiert hat.

Die Geschichte Tibets liest sich eher wie ein böser Traum von Gewalt und Machtkämpfen bei denen auch die Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen in Tibet nicht davor zurückschreckten, sich auf die grauenhafteste Weise gegenseitig zu meucheln.

Wer mehr über Tibet - ohne Verklärung - erfahren möchte, der findet sie u.a. in folgender Rezension von
Gerhard Kern über das Buch von
Colin Goldner: Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs, Alibri Verlag Aschaffenburg, 1999


Eine weitere interessante Adresse mit vielen Informationen über Tibet hier:
AKTIONSFELD TIBET


Noch eine Frage am Rande; würden Sie meinen, dass Kinder von klein auf an ihren Eltern wegzunehmen, sie vom normalen Leben abzuschirmen und sie für eine bestimmte Rolle abzurichten, mit unseren Vorstellungen von MENSCHENRECHT und WÜRDE vereinbar ist?

Was soll aus solchen Menschen werden, außer funktionierende Automaten?

Spätestens, wenn Sie erfahren, wie die Mönche mit der normalen tibetischen Bevölkerung umgegangen sind, und mit wem der Dalai Lama bis heute eng befreundet ist, kommen auch Sie ins Grübeln,
da bin ich mir ganz sicher!


Kleiner Nachtrag:
Im Völkerkundemuseum der Universität Zürich war von Mai 2000 bis Juni 2001 eine sehr interessante Ausstellung über die Geschichte Tibets.
Die sehr ausführliche
Ausstellungsbeschreibung ist noch nachzulesen, verschweigt nichts und räumt mit den verklärenden Vorstellungen, die in der westlichen Welt verbreitet sind, gründlich auf.

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Kommentare

Sybille 06/26/2008 20:38

Nicht einmal der Dalai Lama leugnet die Geschichte Tibet's.Es war so -nur ein paar esoterisch Verklärte, glauben, diese Grausamkeiten irgnorieren zu können.
Die buddhistischen Lehren sind klar, ohne Heilsversprechen und nichts für Menschen, die schnell und unbürokratisch im Nirvana ankommen möchten;es verlangt einiges an Disziplin und Studium, um auch nur annähernd etwas der ganzen Fülle zu kennen und verstehen. Im Kern könnte man sagen: es geht um die Haltung ohne Hass, Grimm oder Ablehnung allen Wesen gegenüber, jedoch nicht um eine Heilslehre, die den Himmel verspricht.Es ist schwierig über Tibet zu diskutieren ohne den dort entstandenen Buddhismus zu erwähnen - aber heute müssen wir das trennen.Auch Tibet kommt- wenn auch direkt aus dem Mittelalter - in der Neuzeit an. Langsam - aber das ist keine Entschuldigung, die tibetische Kultur systematisch zu vernichten, wie das im Moment geschieht.

madame federkiel 06/26/2008 20:54


Damit hast du Recht.

Leider ist das überall auf der Welt so, wo Menschen in eine neue Zeit aufbrechen. Noch dazu, wo China so viele Mäuler zu stopfen hat.
Europa kann in Asien nur Schadensbegrenzung versuchen, indem wir vermittelnd und ausgleichend wirken - ohne Schuldzuweisung und Bevormundung.

Hilfe wird angenommen - Belehrung nicht, weil es Gesichtsverlust bedeutet.


Beate 04/24/2008 13:15

Letztlich geht es immer nur darum, Macht über andere Menschen zu erlangen, auszuüben und zu bewahren, damit das eigene Leben sorgloser verlebt werden kann. Das gilt v.a. für alle Regierungskader und Wohlhabende dieser Welt, aber auch bei der Geschlechterrolle oder in Erwachsenen-Kind-Beziehungen. Wer dies verinnerlicht, wird wohl kaum ernsthaft annehmen, daß Tibet das Land der Glückseligen ist. In diesem konkreten Fall ist es allerdings Tatsache, daß die Chinesen dort eine schlimme Unterdrückungspolitik betreiben und das Recht auf Freiheit vorrangig ist gegenüber allen anderen Strukturmerkmalen. Sollten die Tibeter frei werden - was ich nicht glaube -, dann wäre es angezeigt demokratische Mängel anzusprechen und Verbesserungen einzufordern: Aber nicht nach dem us-amerikanischem Verständnis. Denn letztlich geht ...

madame federkiel 04/24/2008 19:31


Beate, leider war dein Kommentar wohl zu lang, denn er war unvermittelt zuende.

Wie du sehen kannst, habe ich mich mit mehreren Artikeln zu dieser Region und den augenblicklichen Problemen geäußert.

Ich bin der Meinung, dass wir unsere Maßstäbe nicht anlegen, und diesen Kulturen nur zur Seite stehen können bei ihrem Weg in die Neuzeit. Sie müssen IHREN eigenen Weg finden.


rehse 04/11/2008 08:11

Danke schön. Wichtiger Hinweis, nicht alles nachzubeten, was eine gewisse Pressen vorbetet.
Ich habe kürzlich mit einem über die Blödzeitung gesprochen. Er sagte mir, dass diese einfach Zugang zu den Kirchen gefunden habe, indem sie Prominente und solche, die sich dafür halten, ihre Lieblingsbibelstellen hersagen ließ. Perfide, aber anscheinend wirksam. Dalai Lamas Freunde, u.a. der gefährliche Pseudo-Demokrat Koch, werde ich mir auch noch näher ansehen. Aber Abstand halte ich schon genug zu ihm.

madame federkiel 04/11/2008 11:07


Mit den "-ismussen" ist das so eine Sache; was vorgebetet wird und wie es durchgezogen wird liegt an der ethischen Qualität der  "Führungskräfte".
Da wird uns dann immer wieder bewiesen, dass sie keineswegs göttlich, sondern ganz menschlich und machtgeil sind.
Es gibt m.E. auch bei uns kein Gebot gegen Machtgier?!


Winfried Schley 04/11/2008 05:22

Danke für die Verschiebungen des Horizontes! Ich staune auch immer wieder, wie plakativ diese tibetanische Theokratie, die Leibeigenschaft kannte, von westlichen Träumern zum Friedensparadies hochstilisiert wird.

madame federkiel 04/11/2008 11:02


Wenn man bedenkt, dass die tibetische Bevölkerung als Leibeigene schuften mussten und Schule nicht kannten, lediglich die in den Klöstern zu Mönchen erzogenen Kinder
Lesen und Schreiben lernten, wundert es nicht, dass heute vor den Kameras sich nur Mönche artikulieren.

Im Gegensatz zu der breiten Bevölkerung hatten diese aber ein verhältnismäßig gutes Leben, wenn man davon absieht, dass sie von der Wirklichkeit immer sehr entfernt lebten.

Wir werden also von "den" Tibetern kaum etwas über ihre eigenen Gefühle in den Medien erfahren.