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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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Kurz Und Knapp Profiliert

  • madame federkiel
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

2. Mai 2008 5 02 /05 /Mai /2008 19:25
Wir wurden vor der Erfindung des Fernsehens, des Penicillins, der Schluckimpfung, der Tiefkühlkost und des Kunststoffes geboren - und kannten Kontaktlinsen und die Pille noch nicht.
Wir waren sicher noch nicht dabei, als man entdeckte, dass es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, aber wir haben die erste Geschlechtsumwandlung noch miterlebt.
Wir sind die letzte Generation die so dumm war zu glauben, dass eine Frau heiraten muss, um ein Baby zu bekommen.
Wir haben erst geheiratet und dann zusammengelebt. Und "mit jemandem gehen", das hieß fast verlobt zu sein.

Wir kauften Mehl und Zucker noch in Tüten beim Krämer und nicht abgepackt im Supermarkt. Wir waren schon da, bevor Kreditkarten, Telefax, Computer und Kugelschreiber zum täglichen Gebrauch zur Verfügung standen. Es gab noch keine Geschirrspüler, Wäschetrockner, Klimaanlagen - und der Mensch war auch noch nicht auf dem Mond gelandet.

Wir liefen schon auf der Straße herum, als man noch für fünf Pfennige ein Eis, einen Beutel Studentenfutter oder vier Brötchen für einen Groschen kaufen konnte. Wir haben Briefe mit 12-Pfennig-Marken frankiert und konnten für zehn Pfennige mit der Straßenbahn von einem Ende der Stadt bis zum anderen fahren.

Wir dachten nicht daran, dass der Wiener Wald etwas mit Brathähnchen zu tun haben könnte und Arbeitslosigkeit war eine Drohung und noch kein Versicherungsfall.
Wir mussten fast alles selber tun und mit dem auskommen, was wir hatten. Zu glauben, dass der Staat uns schließlich doch versorgen wird, wenn wir vorher über unsere Verhältnisse gelebt hätten, wäre undenkbar gewesen. Wer mehr ausgab als er einnahm, war schlichtweg ein Bankrotteur.

Wir waren da, bevor es den Hausmann, die Emanzipation, Pampers, Aussteiger und computergesteuerte Heiratsvermittlung gab. Zu unserer Zeit kannte man noch keine Gruppentherapie, Weight Watchers, Sonnenstudios, das Kindererziehungsjahr für Väter und Zweitwagen.

Wir haben damals noch keine Musik vom Tonband oder die New Yorker Symphoniker via Satellit gehört. Es gab auch keine künstliche Herzen und Gelenke, lebende Organe von "Hirntoten" und die künstliche Verlängerung individuellen Lebens auf Intensivstationen.
 
Diese und noch viele andere Entwicklungen haben wir erlebt, mehr als je in der Menschheitsgeschichte eine Generation erleben konnte. Ist es da ein Wunder, wenn wir manchmal konfus erscheinen?
So ist wohl auch die Kluft zwischen den Generationen entstanden.
Wir haben aber alles überlebt und sind der Statistik zufolge die gesündere Generation. Das ist vielleicht auch ein Beweis für unsere "überholte" Lebensweise. Darum haben wir allen Grund zum Feiern und wir freuen uns, dass wir das auch noch können!

*Anmerkung: Dieser Text wurde nicht von der Vorleserin selber verfasst. Er kursierte im Bekanntenkreis und spiegelt nach Ansicht der Vorleserin treffend die Gedanken jener Generation.

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Published by madame federkiel - in Ver-dichtete Gedanken
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Kommentare

rehse 05/03/2008 07:52

Bravo Madame Federkiel ! Ein sehr gelunges und treffendes Porträt dieser Generation. Die Waschmaschine brachte ungeheure Erleichterung, weil somit der Waschtag (montags) für die Mutter ausfallen konnte. Spät an einen TV gedwöhnt. Die meisten fordern auch nicht nach dem Staat, um "abzukassieren". Sie wollen nur gerecht behandelt werden und das ist verständlich, weil der Staat ja das Gewaltmonopol ausüben sollte und nicht das Kapital. Wer weiß, was in dieser Beziehung noch auf die junge Generation einwirken wird. Kommt eine neue Kultur über Europa, z.B. die chinesische ? Ob das spannend wird, weiß ich auch nicht !

madame federkiel 05/03/2008 08:27


Nö, aber weil wir in der sog. "westlichen Welt" die Sau rausgelassen haben und über aller Verhältnisse gelebt, geht das Hauen und Stechen um die Reste mit Sicherheit los.

Wir sind ja auch nicht in der Position unter vorgenannten Umständen, andere zum Verzicht zu mahnen.

Ich glaube, wir haben die beste Zeit auf diesem Planeten hinter uns und die Jungen Menschen sind zu dämlich, wenigstens das, was sie jetzt haben zu genießen. Sie realisieren es nicht einmal!