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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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  • madame federkiel
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

25. Mai 2008 7 25 /05 /Mai /2008 22:34

Er war ca. 17 Jahre jung, der gepflegte junge Mann, der  mir  auf der Straße entgegen kam und  vergnügt lachte. Dann schaute er nach oben zum Himmel und lachte noch mehr. Als er direkt vor mir stand, zeigte er lachend  und auffordernd nach oben, bis ich den Kopf hob und wissen wollte, was ihn so fröhlich machte.

Als ich den Blick hob, gab er mir mit dem Zeigefinger einen kleinen Stups ans Kinn und wollte sich schier kugeln, weil ich auf seinen kleinen Trick hereingefallen war.

 
Wir lachten gemeinsam, denn seine Fröhlichkeit war wirklich ansteckend.

 
Irgend etwas an seiner Art machte mich so besonders vergnügt und ich überlegte, was es war, als ich meinen Spaziergang fortsetzte.

 
Er hatte eine verkrüppelte linke Hand gehabt und auch sonst war seine Motorik etwas gestört,  aber das schien ihn nicht weiter zu bekümmern. Ob er geistig auf voller Höhe war, konnte ich nicht erkennen. Es war keine Schadenfreude in seinem Gesicht gewesen darüber, dass er mich "hereingelegt" hatte, sondern Freunde darüber, dass er mich zum Lachen gebracht hat.

 
Eines zumindest hatte er vielen Menschen voraus, er war offensichtlich ganz ohne Arg und Häme.

 
Immer wieder ist mir in meinem Leben aufgefallen, dass Menschen, die wir als "geistig minderbemittelt, aber harmlos" bezeichnen, wie z.B. die Menschen mit Down-Syndrom, voller Vertrauen sind, und es nicht nötig haben, andere Menschen niederzumachen. Sie müssen sich nicht messen und haben nicht den Anspruch, sie zu besiegen.

 
Damit sind sie außerordentlich seltene Exemplare in einer Gesellschaft, die offensichtlich nur noch Spaß daran hat,, wenn andere versagen, überlistet  und reingelegt werden; wenn es anderen schlechter geht, als ihnen selbst, dann fühlen sie sich endlich ein bisschen überlegen.

Ein trauriges Zeugnis dafür, wie es um das Selbstwertgefühl der Menschen heutzutage bestellt ist.

 
Ich möchte mich bei dem jungen Mann dafür bedanken, dass er mir sein Lachen geschenkt hat, einfach so, und die Sonne an diesem Frühlingstag noch ein bisschen wärmer scheinen ließ.

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Published by madame federkiel - in Ver-dichtete Gedanken
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Kommentare

Sprechakt 05/25/2008 23:44

Eine schöne und wahre Anekdote! In den Medien (TV) wird ja die hämische Schadenfreude leider bis zum Äußersten kultiviert...
Übrigens scheint bei der Text-Darstellung hier etwas nicht zu stimmen: Oder sehe nur ich (von meinem PC aus) HTML-Codes im Text?

madame federkiel 05/26/2008 00:12


Danke, ja du hast Recht! Wenn man die Leute lange genug mit solchem Mist totschmeißt, empfinden es irgendwann alle als völlig "normal", sich am Unglück anderer zu weiden.
Es ging in den letzten zwanzig Jahren viel verloren: Dankbarkeit, hier leben zu können, sich und andere wahrzunehmen, reine Freude, Mutterwitz und damit die Fähigkeit, über sich selber zu lachen,
Vertrauen und Arglosigkeit. Die gesellschaftliche Entwicklung macht mir manchmal angst.

Was die Textdarstellung betrifft, ist sie völlig normal,  um diese Uhrzeit "arbeitet" man bei Overblog am Netz.