" Cosma Shiva Hagen, Hamburger Schauspielerin, lädt am Sonnabend um 20 Uhr zur Vernissage der Ausstellung "Frauengesichter" in ihre Bar
"sichtbar" im Elbrausch (Fischmarkt 5-9). (ccj)"
Da muss uns wohl der Teufel geritten haben.
"Frauengesichter" heißt das Motto der Ausstellung, in der hauptsächlich Portraits gemalt von Eva-Maria Hagen, aber auch von Ekaterina Moré, Gisela G. und Fotos von Jim Rakete sich
ein Stelldichein gaben.
Ich war von einer Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden; sie wollte Eva-Maria Hagen wiedertreffen, die sie seit langem kannte.
Ich bin immer sehr spontan, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt, und eine halbe Stunde später stand ich bei ihr auf der Matte und ab ging es Richtung Fischmarkt, wo seit kurzem Cosma Shiva eine Bar in einem Teil der "Elbrausch"-Räume betreibt.
Die Vernissage war im Hamburger Abendblatt angekündigt worden, nur hatte man vergessen zu erwähnen, dass sie 10 Euro Eintritt p. P. kostet. Allerdings beinhaltete dieser Preis auch einen roten, sehr süßen Cocktail und es kam auch ein Häppchen vorbei, aber deshalb waren wir nicht gekommen.
Cosma Shiva war überall präsent, angenehm und erfrischend unpretentiös.
Ihre Oma Eva-Maria fanden wir auch gleich; in ein ausgeblichenes Blumenkinder-Gewand gehüllt, mit seltsam entrücktem Gesichtsausdruck begrüßte sie uns aufasiatisch Art mit aneinandergelegten Händen. Sie meinte das ganz enrst! Ich musste mich wieder mal zusammenreißen, damit ich nicht anfange zu lachen. Offensichtlich hat diese Frau den Grundstein für die Verhaltensweise ihrer "außerordentlichen" Tochter Nina gelegt. Im Gegensatz zu ihrer Tochter strahlte Oma Eva-Maria so überhaupt keine Energie aus.
Da ich selber schon Ausstellungen für Maler und Fotografen in eigenen Räumen organisiert habe, bin ich immer neugierig.
Es wird mir jedoch ein ewiges Rätsel bleiben, was einen Profi wie Jim Rakete dazu getrieben hat, sich mit den reichlich in Essig und Öl gemalten Bildchen der Eva-Maria Hagen, die sicher jedes Kinderzimmer von 3 - 6-jährigen ungemein schmücken würden, in eine gemeinsame Ausstellung zu wagen. Seine Fotografien waren - wie immer - hervorragend.
Bei den ausgestellten "Malereien" der Eva-Maria Hagen stellt sich mir die Frage, ob man die Figürchen, die alle die gleichen Münder und Augen haben, sich an den Kindergesichtern von Tochter und Enkelin zu orientieren scheinen, irgendwie geklont wirken, als künstlerisch wertvoll bezeichnen sollte.
Die H-Pop Acrylbilder
der Ekaterina Moré sind eine immer wiederkehrende Mischung aus Selbstdarstellung
und der Darstellungstechnik der von dieser Künstlerin bewunderten Tamara de Lempicka. Diese Werke sind sehr dekorativ.
Einen Ausstellungsführer gab es leider nicht, aber dafür eine Musikeinlage über Frauenrechte, mit viel
Herzblut vorgetragen von einer internationalen Frauengruppe.
Die "Modenschau", die auch angekündigt war, haben wir offenbar verpasst, oder nicht als solche wahrgenommen.
Als wir nach einer guten Stunde die arg verqualmten Räume wieder verließen, bekamen wir eine "Wegzehrung" in die Hand gedrückt, wie ich es bisher auch nicht kannte; eine Papiertüte mit Proben einer Hautpflegeserie, Schnaps, und zur Krönung "Lümmeltüten", was auch bitter nötig ist, denn meine Begleiterin wird demnächst 80 Jahre jung, und das wollen wir mit Sex, Drugs und Rock'n Roll ordnungsgemäß feiern.
Was die besuchte Ausstellung betrifft, so schien das überwiegend anwesende, sehr junge Publikum eher weniger an Kunst und eher mehr an der Chefin Cosma Shiva interessiert zu sein.
Was sollst, Stefan Persch, der sonst nur Stars fürs ZDF fotografiert, hat uns abgelichtet und wir Cosma Shiva und Eva-Maria.
Das muss für einen Tag reichen, oder?
Neueste Kommentare