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Freitag, 3. juli 2009

Moratorium = beschlossen, verkündet und....aufgeschoben!

In seiner Ankündigung für das ARD-Politikmagazin MONITOR am gestrigen Abend schrieb der WDR zum Thema „elektronische Gesundheitskarte“:  forderte gestern, der Deutsche Bundestag müsse ein Moratorium zur elektronischen Gesundheitskarte beschließen.
„Regierungsberater fordert Moratorium.“ Auch der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Sagt Ihnen dieser Begriff etwas? Ich jedenfalls musste erst einmal nachlesen, was mit Moratorium gemeint ist.
Lesen Sie selbst!:

Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel wie „auf Eis legen", wörtlich übersetzt „Aufschub, Verzögerung“. In der Wirtschafts- bzw. Finanzpolitik ist Moratorium eine Stillhalteübereinkunft zwischen Gläubiger und Schuldner bzw. eine befristete Stundung von Schulden (vgl. Duden).

Was die elektronische Gesundheitskarte betrifft, so wurde die Einführung im Jahr 2006 schon einmal verschoben.
Vorgestern lief die zweijährige Testphase in der Region Bochum-Essen aus. Während des Tests fielen schwerwiegende Mängel bei der technischen Anwendung auf. Die teilnehmenden Ärzte beklagten, das elektronische Rezept benötige doppelt so viel Zeit wie das handschriftliche Ausstellen. Auch die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten stehe nicht zur Verfügung. Die Eintragung von Notfalldaten sei zu kompliziert und zeitaufwändig, berichtete der WDR.

Regierungsberater Prof. Jürgen Wasem, Vorsitzender des Bewertungsausschusses für ärztliche Leistungen und des „Wissenschaftlichen Beirats“ zum Risikostrukturausgleich, findet, es solle auf den geplanten Start zunächst verzichtet werden, da die Karte nicht alle Leistungen erbringe.
Kritiker weisen überdies darauf hin, dass die letztendlichen Kosten die geplanten bei weitem übersteigen würden. Doch bisher hält das Bundesgesundheitsministerium an der geplanten Einführung am 1. Oktober 2009 fest. (Orgenda-Verlag)

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Da komplexes Denken bei Erfindern solcher elektronischen Netzwerke offenbar unterentwickelt ist, haben wir noch eine Galgenfrist bis zum nächsten Schritt der Kontrolle, die unserer Wirtschaft und unserem Staat die Einteilung der Bürger in "Humanressource" und "zu vernachlässigende Kostenfaktoren" erleichtern wird.

Eine Bestimmung, dass der Arzt des Vertrauens automatisch alle Befunde und Unterlagen anderer behandelnder Stellen zur Verfügung hat und auch zur Verfügung stellen muss, hätte völlig gereicht.
Es wäre auch elektronisch machbar, erfordert keinen großen Aufwand und wäre sicher kostengünstiger für alle Beteiligten.
von madame federkiel - veröffentlicht in: Meine unmaßgebliche Meinung - Community: Kultur-Schock
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Kommentare

Irgendwie erwartet man von dieser Regierung gar nichts anderes mehr als Pfusch...und regt sich schon nicht mehr auf...Aber wie du schreibst, Madame, die Gesundheitskarte dient bestens dazu, das Volk noch mehr unter Kontrolle zu bekommen...
Das ist wohl auch ihr ganzer Sinn...
Kommentarnr1 gepostet von Sica am 3.07.2009 à 18h59
Da geht die "Führungselite" mit der "Leistungselite" - bestehend aus "Leistungsträgern" - dacor!
Wenn sie dieses schafsbrafe Volk für dumm verkaufen können, tun sie es!
Antwort von madame federkiel am 3.07.2009 à 23h02
Es wird mir unverständlich bleiben, wie die Fr. Ulla Schmidt auf diesen Posten gekommen ist. Sie polarisiert nicht nur, sie lügt auch ("Beiträge werden sinken, wenn die Kassen in Wettbewerb treten", danach "Einheizsbeitrag, weil es zu viele Kassen gibt") Die Karte wird uns alle viel mehr Geld kosten als veranschlagt. Das ist keine neue Schlagzeile aus dem Ministerium dieser Dame !
Kommentarnr2 gepostet von rehse am 3.07.2009 à 21h38
Ich bin grundsätzlich gegen eine derartige Ansammlung von sensiblen Daten und an DATENSICHERHEIT glaube ich schon gar nicht!
Antwort von madame federkiel am 4.07.2009 à 01h26
Das erinnert irgenwie an die anfangs gescheiterte Einführung der LKW - Maut. Man darf nicht vergessen, dass solche Projekte mit dem Geld der Patienten bezahlt werden. Und das mit diesem nicht gerade sparsam umgegangen wird und sich die öffentliche Hand, mangels eigener Kompetenz, von den Beratungshäusern über den Tisch ziehen lässt, würde mich auch nicht wundern.  - VG
Kommentarnr3 gepostet von Corecompetence am 7.07.2009 à 19h15
Und wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, dass mit der "Unsicherheit von Datenübertragung durch Mails" für diese Karte argumentiert wird, gleichzeitig aber ein angeblich total sicheres DE-Mail-System für "wichtige" Post vom Staat in Auftrag gegeben wurde, wird es ganz kurios!
Dieses neue System für Geschäfts- und andere wichtigen Dokumente - ich schrieb bereits darüber - wird bereits "probegefahren" in einem Bundesland und soll ab 2012 zur Verfügung stehen. Schneller wird das mit der Gesundhaitskarte auch nix.

Man hat immer wieder den Eindruck, dass in der Politik kein Miteinander, sondern Gegeneinander und Nebeneinander herrscht - oder Auftragsbeschaffung für die persönlichen Kumpel.
Antwort von madame federkiel am 7.07.2009 à 22h30

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