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Freitag, 3. juli 2009 5 03 07 2009 17:57

Moratorium = beschlossen, verkündet und....aufgeschoben!

In seiner Ankündigung für das ARD-Politikmagazin MONITOR am gestrigen Abend schrieb der WDR zum Thema „elektronische Gesundheitskarte“:  forderte gestern, der Deutsche Bundestag müsse ein Moratorium zur elektronischen Gesundheitskarte beschließen.
„Regierungsberater fordert Moratorium.“ Auch der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Sagt Ihnen dieser Begriff etwas? Ich jedenfalls musste erst einmal nachlesen, was mit Moratorium gemeint ist.
Lesen Sie selbst!:

Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel wie „auf Eis legen", wörtlich übersetzt „Aufschub, Verzögerung“. In der Wirtschafts- bzw. Finanzpolitik ist Moratorium eine Stillhalteübereinkunft zwischen Gläubiger und Schuldner bzw. eine befristete Stundung von Schulden (vgl. Duden).

Was die elektronische Gesundheitskarte betrifft, so wurde die Einführung im Jahr 2006 schon einmal verschoben.
Vorgestern lief die zweijährige Testphase in der Region Bochum-Essen aus. Während des Tests fielen schwerwiegende Mängel bei der technischen Anwendung auf. Die teilnehmenden Ärzte beklagten, das elektronische Rezept benötige doppelt so viel Zeit wie das handschriftliche Ausstellen. Auch die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten stehe nicht zur Verfügung. Die Eintragung von Notfalldaten sei zu kompliziert und zeitaufwändig, berichtete der WDR.

Regierungsberater Prof. Jürgen Wasem, Vorsitzender des Bewertungsausschusses für ärztliche Leistungen und des „Wissenschaftlichen Beirats“ zum Risikostrukturausgleich, findet, es solle auf den geplanten Start zunächst verzichtet werden, da die Karte nicht alle Leistungen erbringe.
Kritiker weisen überdies darauf hin, dass die letztendlichen Kosten die geplanten bei weitem übersteigen würden. Doch bisher hält das Bundesgesundheitsministerium an der geplanten Einführung am 1. Oktober 2009 fest. (Orgenda-Verlag)

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Da komplexes Denken bei Erfindern solcher elektronischen Netzwerke offenbar unterentwickelt ist, haben wir noch eine Galgenfrist bis zum nächsten Schritt der Kontrolle, die unserer Wirtschaft und unserem Staat die Einteilung der Bürger in "Humanressource" und "zu vernachlässigende Kostenfaktoren" erleichtern wird.

Eine Bestimmung, dass der Arzt des Vertrauens automatisch alle Befunde und Unterlagen anderer behandelnder Stellen zur Verfügung hat und auch zur Verfügung stellen muss, hätte völlig gereicht.
Es wäre auch elektronisch machbar, erfordert keinen großen Aufwand und wäre sicher kostengünstiger für alle Beteiligten.
von madame federkiel - veröffentlicht in: Meine unmaßgebliche Meinung - Community: Kultur-Schock
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