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Freitag, 30. oktober 2009

Morgen ist mal wieder Reformationstag. Martin Luther soll am 31.Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirche geschlagen haben und bekam damit reichlich Ärger mit der katholischen Kirche.

Auslöser für Luthers Unmut aber war, dass die Kirche Geld für den Bau des Petersdoms brauchte und sich das Geld mit einer ungewöhnlichen und bei den frommen Männern sehr beliebten Geschäftsidee beschaffte, bei der man NICHTS verkaufte, und dafür viel einnahm - also die ultimative Krönung kapitalistischen Handelns.


Das Ganze nannte sich "Ablasshandel" und funktionierte nur dadurch, dass Leute sich unmoralisch verhielten, also "sündigten".

Je nach schwere des Vergehens drückten sie dann entsprechende Summen an den Klerus ab und wurden daraufhin von ihren Sünden freigesprochen.


Genau dadurch  kam mir die zündende Idee, wie wir aus der augenblicklichen Wirtschaftskrise herauskommen, denn in schweren Zeiten muss man zu ungewöhnlichen Mitteln greifen!

Reiche Sünder haben wir doch nun wirklich genug und unsere herrlichen und dämlichen Politiker haben zu große Skrupel, es sich mit dieser Klientel zu verderben, da die wechselseitige Abhängigkeit wohl unbestritten sein dürfte.


Bieten unsere Staatsbediensteten aus der oberen Regierungs-Etage den "vom Wege des Anstands abgekommenen" Managern doch einfach an, sich von der Schwere der aufgeladenen Schuld FREIZUKAUFEN!

Da es den Sündern ganz offensichtlich nur um den Spaß der Zockerei geht und sie nicht die blanke Not getrieben hat, wäre so ein "Ablasshandel" ein gutes Geschäft für den Staat, denn Knete ist reichlich vorhanden.


Geläutert wird sowieso keiner der Verursacher dieser Wirtschaftskrise, die Zockerei geht ja schon fröhlich weiter. Aber dieses Gewürm müsste sich nicht mehr drehen und winden und könnte erhobenen Hauptes an ihr schmutziges Handwerk gehen.


Schauen wir zurück in die deutsche Geschichte, so sehen wir, dass Martin Luther der Kamm hauptsächlich wegen des schmutzigen Ablasshandels der Kirche geschwollen ist.

Ich glaube nicht, dass Luther - lebte er  heute - viele Freude an den heuchlerischen "Herrschaften" und Leistungsträgern in Politik und Wirtschaft hätte....
von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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