Über diesen Blog

Nun mal im Ernst!

Freitag, 18. dezember 2009 5 18 /12 /2009 23:22

Das wird dazu führen, dass ich in der nächsten Zeit anderes im Kopf habe, als hier Klartext zu schreiben, oder wenn, dann nur sehr sporadisch.

Wer mich nicht ganz und gar aus den Augen verlieren möchte, kann sich benachrichtigen lassen, wenn sich in meinem Blog etwas tut. Er muss nur rechts auf meinem Blog unter "Newsletter" die Mailadresse eingeben und einen Haken bei "Benachrichtigung bei neuem Artikel" setzen.
Ich würde sehr bedauern, wenn die interessanten Kontakte, die sich hier ergeben haben, verloren gingen. Natürlich freue ich mich auch über jeden Gruß, der mir hier hinterlassen wird.

Was ich im Mai 2008 schon ahnte, ist jetzt leider Gewissheit geworden. Damals schrieb ich

"Ein ganz alltäglicher Krimi! Ratazong... weg ist der Balkon?"


Nun bin ich  die vorletzte Mieterin, die nach der Umwandlung der Wohnungen in unserem Haus in Eigentumswohnungen, rausgeschmissen wird. Und das mit fadenscheinigsten Begründungen. Vor Gericht waren wir schon und die erste Kündigung ist vom Tisch. Aber da der Vermieter mehrere Kinder hat, die alle jetzt volljährig werden/sind, wird mir auf Sicht nicht erspart bleiben, hier auszuziehen. Die nächste Kündigung habe ich auch schon und wieder ein Jahr Zeit, bis ich ausziehen muss. Aber da Wohnungen ja nicht am Baum wachsen und ich nur die richtige Jahreszeit abwarten muss, um sie zu pflücken, bin ich fleißig auf Wohnungssuche.

Allerdings hat der zweite, mir zwangsverordnete große und völlig überflüssige Balkon an Küche und Bad dafür gesorgt, dass mir der Abschied hier leichter fällt, denn die Wohnung wurde dadurch so dunkel, dass ich mich wie ein Höhlenbewohner fühle, obwohl ich den ganzen Tag Licht anlassen muss.

Die Anwälte von mir und der Gegenseite liegen im Clinch, weil ich wenigstens noch ein bisschen Spaß mit meinem Vermieter haben möchte. Wir pokern ein wenig, und darin bin ich - glaube ich - ganz gut.

Über jeden Daumen, den man für mich drückt, freue ich mich, denn ich kann Glück im Moment besonders gut gebrauchen.

Und wenn ihr Hamster Paule mit Nüsslein füttert, freut der sich auch.

Und hier sieht man, was ich über die Festtage machen werde...sooo müde


Bild folgt ...wenn Over-Blog es zulässt....
und deren Bastelstunde endlich vorbei ist!


von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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Dienstag, 24. november 2009 2 24 /11 /2009 21:32

Vergangen, vergessen, vorüber?

Jahrzehntelang hatten wir die feste Überzeugung, dass man mit Talent, Einsatzbereitschaft und einem Bisschen Glück alles schaffen kann, und es war klar, dass es "unsere Kinder einmal besser haben werden" als wir.

Vorankommen - nach oben - war für uns selbstverständlich geworden und Anreiz für stetig steigenden Wohlstand.

Wo ist er hin, der einstige Leitgedanke im Nachkriegsdeutschland "mehr Bildung, mehr Anerkennung, mehr Wohlstand"?
Genau wie die angeblich volksvertretenden Parteien sich annäherten und sich in der politischen Mitte mehr mit Gerangel um den Erhalt ihrer Machtpositionen tummeln anstatt mit "Flügelkämpfen", verschwanden auch klar definierte Gesellschaftsschichten.

Das Proletariat verstand sich nicht mehr als ein solches, der besserverdienende Kleinbürger gehörte zur Prominenz und Solidarität blieb  auf der Strecke.

Beruflicher Erfolg und Besitzstand wurde das Maß aller Dinge und bestimmte den Selbstwert des Individuums.

Und nun? Plötzlich scheint sich die Aufwärtsspirale in das Laufrad eines Hamsters verwandelt zu haben!

Kein gemeinschaftlicher Tanz ums goldene Kalb mehr; wer seinen Status erhalten möchte, keilt aus und hält sich Konkurrenz sowie auch Verlierer so weit wie möglich vom Leib.

In ihrem äußerst lesenswerten Artikel in der FAZ.NET "Denk ich an Deutschland / Nichts geht mehr" beschreibt Inge Kloepfer sehr treffend den Zustand einer Gesellschaft, der allmählich dämmert, dass nichts ewig  währt...
von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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Mittwoch, 11. november 2009 3 11 /11 /2009 20:38

Nüchterne Daten einer Katastrophe:

Robert Enke (* 24. August 1977 in Jena; † 10. November 2009 in Eilvese in Neustadt am Rübenberge[1]) war ein deutscher Fußballtorwart.

Robert Enke entstammte einer sportbegeisterten Familie. Sein Vater war Psychotherapeut und ein früher erfolgreicher 400-Meter-Hürdenläufer, seine Mutter Handballspielerin. Auch seinen Bruder und seine Schwester bezeichnete er als sehr sportlich. Er legte auf dem Jenaer Sportgymnasium sein Abitur ab. Ein in Erwägung gezogenes Studium gab er zugunsten seiner Karriere im Profifußball auf.

Am 10. November 2009 nahm Enke sich an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, Ortsteil Eilvese, durch Schienensuizid das Leben.  Nach Mitteilung der Polizei hinterließ Enke einen Abschiedsbrief.  In einer Pressekonferenz wurde bekannt, dass Enke unter Depressionen gelitten hatte. Mehr Infos hier

Ein eigentlich erfolgreiches Leben wurde zum Schluss offenbar von irrationaler Angst dominiert und trieb Robert Enke zu einer Tat, bei der er nicht nur sein eigenes Leben zerstörte.
Über das Leben von Robert Enke - und das vieler Menschen, die an Depressionen leiden - wird in nächster Zeit  in den Medien viel berichtet werden.

Was aber bei allen Berichten, der verständlichen Betroffenheit der Menschen die Robert Enke kannten, dem Mitgefühl für die Hinterbliebenen vergessen wird, ist das Schicksal eines weiteren Menschen, dessen Leben durch Robert Enkes Tod nachhaltig beschädigt wurde.


Als ich gestern Abend von Enkes Tod in den Nachrichten hörte, dachte ich als Erstes an einen Zugführer, der plötzlich im Scheinwerferlicht seiner Lok eine menschliche Gestalt auf den Gleisen sieht, verzweifelt zu bremsen versucht wissend, dass der Schub der Masse hinter ihm verhindern wird, dass der Zug rechtzeitig zum Halten kommt.

Ein Lokführer muss hilflos erleben, wie sein Zug einen Menschen, der ihm nichts getan hat, tötet!

Ein Lokführer, dessen Leben sich in ein paar Sekunden in einer Weise veränderte, die ihn noch lange  traumatisieren wird.


Ich glaube nicht, dass  er die Aufmerksamkeit der Medien jetzt gebrauchen kann. Auch sollte man seinen Namen nicht veröffentlichen, um seine Privatsphäre zu schützen.

Aber ich finde es sehr bedauerlich, dass kaum jemand Anteil an seinem Schicksal nimmt. Wer steht ihm zur Seite bei dem, was er jetzt durchmacht? Wo ist die Anteilnahme für ihn?

Robert Enke ist tot, aber der Lokführer muss weiterleben mit der Erinnerung an einen furchtbaren Moment, der auch sein Leben veränderte!
Kleiner Nachtrag:
Ich glaube, dass es der Familie von Robert Enke ein Bedürfnis ist, einmal dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.

Eine unglaubliche Menge von Menschen in diesem Land ist mittlerweile ohne Psychopharmaka gar nicht mehr arbeitsfähig, Tendenz steigend.

Es handelt sich also um ein gesellschaftliches Problem, das dringend in die Öffentlichkeit gehört.
Der Mensch mit all seinen "wirklichen" Bedürfnissen gehört wieder in den Fokus von Wirtschaft und Politik.
Selbst Wohlstand und Popularität schützen niemanden vor seelischem Verhungern!
Das ist die Botschaft, die Robert Enke uns hinterlässt.




von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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Freitag, 6. november 2009 5 06 /11 /2009 22:56

Zwei Frauen mit völlig unterschiedlichem kulturellen Hintergrund - eine afghanische Ex-Politikerin und eine deutsche Armee-Ärztin -  erzählen, wie sie die Situation in Afghanistan erlebt haben.


Malalai Dschoja (Joya), afghanische Ex-Politikerin zur Lage ihres Landes
Ein Interview mit der Demokratieaktivistin Malalai Dschoja, die sich nicht fürchtet - trotz Drohungen - die US-Besatzung und lokale Kriegsherren herauszufordern.

Malalai Dschoja ist eine der führenden demokratischen Aktivistinnen Afghanistans. 2005 wurde sie ins Afghanische Parlament gewählt. Sie war die jüngste Person, die je in das Afghanisches Parlament gewählt wurde. 2007 wurde sie aus dem Parlament verbannt, nachdem sie die Warlords und deren Verbündete in der Regierung angegriffen hatte.
Nachzulesen HIER


Bundeswehrärztin u. Afghanistan-Rückkehrerin Heike Groos

im Gespräch mit Roger Willemsen
"Wir haben es verpasst, rechtzeitig aus Afghanistan rauszugehen"


Heike Groos ist Notärztin. Sie diente monatelang als Oberstabsärztin der Bundeswehr in Afghanistan.
Als sie 2002 zu ihrem ersten Einsatz in Afghanistan weilt, kommt sich Heike Groos noch vor wie in einem Pfadfinderlager. Die Kameradschaft ist einmalig, die deutschen Soldaten sind gern gesehen, ihr Einsatz auf einem militärischen Notarztwagen Routine und sie hat engen Kontakt zu Krankenhäusern und Arztpraxen.
Ein Jahr später ist alles anders: Im Juni 2003 sprengt ein Selbstmordattentäter sich und einen Bus mit Bundeswehrsoldaten in die Luft. Sie muss die Verletzten versorgen und die Toten bergen. Von da an ist alles anders und für sie steht fest: "Es herrscht Krieg." Die Gefahr, erschossen zu werden oder in die Luft zu fliegen, ist allgegenwärtig. Wie dieses Attentat die Soldaten, ihren Einsatz als Ärztin, ihr Leben und das ihrer Familie verändert hat, schildert Heike Groos eindringlich und anschaulich.
Und sie fordert einen angemessenen Umgang mit den traumatisierten Soldaten, den deutschen Veteranen aus Afghanistan.

2007 quittiert sie den Dienst. Sie schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse am Hindukusch:
"Ein schöner Tag zum Sterben. Als Bundeswehrärztin in Afghanistan"
Heute lebt sie mit ihren Kindern in Neuseeland.

Wie Heike Groos die Situation vor Ort in Afghanistan erlebt hat, was sie von den Medienberichten hält ist nachzulesen HIER


 

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Freitag, 30. oktober 2009 5 30 /10 /2009 22:31

Morgen ist mal wieder Reformationstag. Martin Luther soll am 31.Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirche geschlagen haben und bekam damit reichlich Ärger mit der katholischen Kirche.

Auslöser für Luthers Unmut aber war, dass die Kirche Geld für den Bau des Petersdoms brauchte und sich das Geld mit einer ungewöhnlichen und bei den frommen Männern sehr beliebten Geschäftsidee beschaffte, bei der man NICHTS verkaufte, und dafür viel einnahm - also die ultimative Krönung kapitalistischen Handelns.


Das Ganze nannte sich "Ablasshandel" und funktionierte nur dadurch, dass Leute sich unmoralisch verhielten, also "sündigten".

Je nach schwere des Vergehens drückten sie dann entsprechende Summen an den Klerus ab und wurden daraufhin von ihren Sünden freigesprochen.


Genau dadurch  kam mir die zündende Idee, wie wir aus der augenblicklichen Wirtschaftskrise herauskommen, denn in schweren Zeiten muss man zu ungewöhnlichen Mitteln greifen!

Reiche Sünder haben wir doch nun wirklich genug und unsere herrlichen und dämlichen Politiker haben zu große Skrupel, es sich mit dieser Klientel zu verderben, da die wechselseitige Abhängigkeit wohl unbestritten sein dürfte.


Bieten unsere Staatsbediensteten aus der oberen Regierungs-Etage den "vom Wege des Anstands abgekommenen" Managern doch einfach an, sich von der Schwere der aufgeladenen Schuld FREIZUKAUFEN!

Da es den Sündern ganz offensichtlich nur um den Spaß der Zockerei geht und sie nicht die blanke Not getrieben hat, wäre so ein "Ablasshandel" ein gutes Geschäft für den Staat, denn Knete ist reichlich vorhanden.


Geläutert wird sowieso keiner der Verursacher dieser Wirtschaftskrise, die Zockerei geht ja schon fröhlich weiter. Aber dieses Gewürm müsste sich nicht mehr drehen und winden und könnte erhobenen Hauptes an ihr schmutziges Handwerk gehen.


Schauen wir zurück in die deutsche Geschichte, so sehen wir, dass Martin Luther der Kamm hauptsächlich wegen des schmutzigen Ablasshandels der Kirche geschwollen ist.

Ich glaube nicht, dass Luther - lebte er  heute - viele Freude an den heuchlerischen "Herrschaften" und Leistungsträgern in Politik und Wirtschaft hätte....
von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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Sonntag, 20. september 2009 7 20 /09 /2009 18:24


Nicht nur in der Geschäftswelt, auch im täglichen Leben begegnen mir immer mehr seltsame Buchstabenformationen - Kürzel - mit denen ich nichts anfangen kann.

Zwar weiß ich mittlerweile, dass es nicht unbedingt neue Berufe sein müssen, wenn mir irgendwelche anglophilen Berufsbezeichnungen serviert werden und wenn mich das nicht gerade nervt, verleitet mich dieser hilflose Versuch, Weltgewandtheit zu demonstrieren, zum Schmunzeln.


Aber Kurzformen wie ASAP = as soon as possible/ so schnell wie möglich,
FYI = For Your Interest/Information /Zur Information oder
T2DU
= Things To Do Urgently /muss dringend erledigt werden, empfinde ich gelinde gesagt als Respektlosigkeit.


Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Geschäftsbrief so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein soll.

Aber zu erwarten, dass mein Gegenüber nicht nur des Englischen mächtig zu sein hat, sondern sich auch noch das Lesen/Sprechen ganzer Sätze abgewöhnen soll, um mich zu verstehen, ist ganz schlechter Stil und bei wirklich seriösen Firmen auch verpönt.


Der erwähnte Aküfi = Abkürzungsfimmel macht die Korrespondenz nicht einfacher, sondern stiehlt dem Empfänger sogar Zeit, weil es ihm Kopfzerbrechen bereitet und er erst auf die Suche nach Übersetzung gehen muss.

Nun kann man ja meinen, dass ich vielleicht nicht auf der Höhe der Zeit bin und nicht aufgeschlossen genug!?

Man zeige mir jene Menschen in Deutschland, die ihre Zeit damit totgeschlagen haben, die 40.000 Abkürzungen (!!!), die der DUDEN zur Zeit aufgelistet hat, auswendig zu lernen!!!
Zu viele und ähnliche Kürzel machen die Verständigung nicht einfacher, sondern komplizierter.


Was man im firmeninternen Schriftverkehr macht, ist die eine Sache; in Geschäftsbriefen ist es nicht nur unhöflich, es führt oft auch zu Missverständnissen.


Es erschließt sich mir auch nicht, was der Vorteil dabei ist, z. B. das Kürzel "T2DU" zu verwenden, wenn es ein "EILT!" bisher auch getan hat?


MfG
ist in Geschäftskorrespondenz absolut tabu und ich freue mich weiterhin über einen "Lieben Gruß", weil das für mich immer noch persönlicher rüberkommt als "LG".


Und zu ASAP und Co. sage ich nur eines: G2G = Got To Go / das muss weg!


In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen, sonnigen Tag.

Mehr gängige Abkürzungen HIER
und ein Kürzel-Entschlüssel-Schlüssel HIER
von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Sprache ist Macht!
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Donnerstag, 10. september 2009 4 10 /09 /2009 21:46

Die fünf Grundpfeiler der Freimaurerei sind bis heute:
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.
Im Gegensatz zu den tollen Parteiprogrammen unserer etablierten Parteien (z.B. das Ahlener Programm von 1947 der Christlichen Union) leben die Freimaurer auch seit Entstehung ihrer Logen im 14. Jahrhundert nach ihren Grundsätzen.
Und das trotz Repressalien und über die Grenzen aller Religionen und gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede hinweg.

Für mich ein Grund, mich ein wenig genauer mit den Freimaurern zu beschäftigen.
Folgende Kurzbeschreibung fand ich beim Orgenda-Verlag

Wer sind die Freimaurer?

Die heute noch existierenden Freimaurer gingen aus den Steinmetz-Bruderschaften und Bauhütten des Mittelalters hervor, aus Zusammenschlüssen von Menschen aus Bau-Berufen. Freimaurer wollen „das Gute in der Welt vorantreiben“. Ihre Mitglieder streben nach menschlicher Vervollkommnung. Sie orientieren sich an den Idealen der Aufklärung. Ihnen sind Werte wie Brüderlichkeit, Gleichheit, Toleranz und Hilfsbereitschaft sehr wichtig.

Damit lagen die Freimaurer zum Beispiel zu Mozarts Lebzeiten (1756-1791) im Trend: Zwischen Adel, Klerus und Bürgertum gab es Spannungen, die Gesellschaftsstruktur stand in der Kritik. Viele, die sich für Veränderung einsetzten, waren mit ihren Zielen denen der Freimaurer nahe. Gerade in Wien, wo Mozart lebte, konnte es sogar klug sein, einer Loge beizutreten, um gesellschaftliches Ansehen zu genießen. Heute erhoffen sich viele durch die Aufnahme in eine Loge das gesellige Beisammensein in einer Bruderschaft – Freimaurer nennen sich gegenseitig „Brüder“. Im 19. Jahrhundert war das wohltätige Engagement der Freimaurer sehr bedeutend. Spenden an karitative Einrichtungen sind noch üblich.

Die Freimaurer bezeichnen sich als weltweite humanitäre Initiationsgemeinschaft. Der Begriff Initiation kommt aus dem Lateinischen. Die Gemeinschaft setzt ihn mit „Eingang“ oder „in etwas hineingehen“ gleich. Das bedeutet, dass die Freimaurer einen Außenstehenden durch einen rituellen Akt aufnehmen.

Ansonsten sind Freimaurer-Logen wie Vereine aufgestellt, in Dachverbänden – Großlogen – schließen sich mehrere Gemeinschaften zusammen. Der Begriff Loge (französisch für: abgeschlossener Raum) bezeichnet Vereinigungen, die sich nach außen hin in gewissem Maße abgrenzen. Denn: Die Treffen der Freimaurer-Gemeinschaften finden hinter verschlossenen Türen statt – das vermittelt den Anschein eines Geheimbundes. Als solcher sahen ihn die Menschen im 18. Jahrhundert auch an. Ein Freimaurer ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und darf nichts über Rituale oder Erkennungszeichen nach draußen tragen. Nur so sei es möglich, innerhalb der Gemeinschaft Ideen und Meinungen frei auszutauschen. Heutzutage präsentieren sich Freimaurerlogen im Internet und laden Gäste zu ihren Zeremonien ein.

Mehr Informationen zur Freimaurerei findet man HIER


Leider dürfen Freimaurer keine Politik machen. Der Grund; in allen Lehrarten sind Streitgespräche über Parteipolitik oder Religion (besonders konfessionelle) verboten. Dieses Verbot wurde erstmals in den Alten Pflichten schriftlich manifestiert. Die Alten Pflichten  wurden im Auftrag der "Ersten Großloge von England" von Prediger James Anderson verfasst, 1723 veröffentlicht und gelten bis heute als freimaurerisches Grundgesetz für alle Freimaurerlogen. In den Alten Pflichten heißt es:

"Auch sollt ihr nichts tun oder sagen, das verletzen oder eine ungezwungene und freie Unterhaltung unmöglich machen könnte. Denn das würde sich nachteilig auf unsere Eintracht auswirken und den guten Zweck vereiteln, den wir verfolgen. Deswegen dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Loge getragen werden."

Ach ja....seufz...das Leben könnte so schön sein, gäbe es mehr solcher Männer.


von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 20. august 2009 4 20 /08 /2009 23:52


Immer wenn es auf Wahlen zugeht in diesem Lande, kommen Begriffe hoch, zu denen unserer derzeitigen Gesellschaft ganz offensichtlich der Bezug fehlt. Da fallen dann schon mal Begriffe wie "Arbeiterpartei", "Solidarität", "Arbeiterklasse", "Klassenkampf".

Sonst scheint es so, als ob das vergangene Jahrhundert, was die gesellschaftliche Entwicklung betrifft, so schnell wie möglich vergessen werden soll.

Lediglich die Zeit des Dritten Reiches, nach Kriegsende gezielt ignoriert und nie wirklich aufgearbeitet, findet zur Zeit rückblickend im TV statt - so distanziert, als wenn es nicht ein wichtiger Teil unserer eigenen Geschichte wäre. Irgendwie war das ein anderes Volk....damals.


Mit "Solidarität" können zumindest Papas Kinder noch was anfangen, Opas Enkel, die mit "Geiz ist Geil" aufwachsen, schon nicht mehr.

"Arbeiterklasse" und "Klassenkampf"?!  Das sind Fremdwörter geworden in einer Zeit, wo der überwiegende Teil der Bevölkerung zwar nicht alles gutheißt, was dreiste Rahmabschöpfer wie Zumwinkel und Co. in Politik und Wirtschaft anstellen um sich die Taschen zu füllen, aber fast alle an deren Stelle sein möchten. Neidkultur statt Solidarität.

Spätestens damals, als auch Handwerker endlich ihren Lohn monatlich statt wöchentlich ausgezahlt bekamen und sich ab dann wie Angestellte fühlten, hatte sich für die meisten von ihnen das Thema Klassenkampf erledigt.
Angestellte hatten schon vorher Probleme damit, sich der Arbeiterklasse zugehörig zu fühlen. Dabei ist Arbeit Arbeit, egal ob auf dem Bau oder im Büro.

Was will man mit Menschen machen, die sich krumm legen, nur um DINGE zu kaufen, mit denen sie andere Menschen beeindrucken können? Die sich selber zu Humanressourcen und Konsumenten degradieren lassen ohne zu murren? Solange sie von morgens bis abends um das goldene Kalb tanzen, stehen sie wohl kaum für solidarische Aktionen zur Verfügung.

Gnadenloser Individualismus und rücksichtslose freie Entfaltung der Persönlichkeit stehen Werten wie Verantwortung, Anstand und Gemeinwohl entgegen.

Arbeiterklasse? Ohnehin gibt es für mich nur Menschen, die fähig sind, sozial zu handeln und solche, denen das Wohl anderer Menschen egal ist. Leider gibt es von letzteren zu viele, und das quer durch alle Bevölkerungsgruppen.

Arbeiterklasse? Klassenkampf? Relikte aus einer anderen Zeit. Heutzutage reicht es gerade noch zum Jammern und Meckern!

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Dienstag, 21. juli 2009 2 21 /07 /2009 22:10
21.07.2009 | 17:05 Uhr
Nachterstedt (dpa) - Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche kann das Unglücksgebiet in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) vermutlich nie mehr bewohnt werden.

Zwei Nachrichten nach diesem schrecklichen Ereignis empören mich! Da ist zum Einen  der Selbstlob der LMBV, die sich offenbar sehr großartig vorkommt, dass sie für die Opfer der unbewohnbaren Häuser die Mietzahlungen erst einmal übernimmt!

"Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), die den Tagebausee flutet, bekräftigte, dass es schnelle Hilfe für die Bevölkerung geben werde. Im Rathaus seien erste Bargeldbeträge an die Betroffenen ausgezahlt worden, sagte Mathias Siebert von der LMBV. Über die Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden. In der Übergangszeit will das Unternehmen auch die Mietzahlungen übernehmen."

Zum Anderen die Aussage eines Mitarbeiters des Vorbesitzers, der im Fernsehen sinngemäß tönte, dass "Sie" (Firma? Gesellschaft?) zwar noch Inhaber dieser Anlage seien, aber nicht mehr die Besitzer und deshalb nicht mehr für Pflege und Kontrolle verantwortlich.

Man kann nur hoffen, dass das aus dem Verkaufsvertrag auch deutlich hervorgeht und nicht letztlich keiner mehr verantwortlich ist.

Ich glaube, dass viele Menschen, die über ehemaligen Bergbauanlagen wohnen, das nackte Grauen packt, beim Anblick dieser Bilder von Nachterstedt. Auch viel Vertrauen darin, dass das Wohl der in solchen Gegenden lebenden Menschen auch dann noch von Interesse ist, wenn man kein Geld mehr mit solchen Anlagen verdienen kann, ist den Berg runter gegangen.


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Samstag, 18. juli 2009 6 18 /07 /2009 14:12

dieses Landes, aber nicht für die Menschen!


Mit Blick auf die Wahl sprechen die Politiker gerade in letzter Zeit - allen voran unsere Bundeskanzlerin - zu den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes und versprechen, für deren Wohlergehen zu sorgen.

Warum das bei jeder Wahl so ist, und dass nicht das Wohlergehen der Bevölkerung gemeint ist, sondern lediglich das einer bestimmten Gruppe, sollten wir uns vergegenwärtigen, bevor wir zur Wahl gehen.

Auch wenn wir dem Gesetz nach "Staatsbürger" dieses Landes sind, hat das mit dem, was der Begriff "Bürger" meint, nichts zu tun.

Der gemeine Staatsbürger wird lediglich ruhiggestellt, damit er den Bürgern nicht ins Handwerk pfuscht.

Nicht nur unsere "bürgerlichen" Gesetze, auch sämtliche staatlichen "sozialen" Leistungen sind unter diesem Aspekt zu betrachten und werden dadurch nachvollziehbar.


Dass diese Staatspolitik früher oder später zu solchen Krisen führt, wie wir sie gerade erleben und deren Folgen dann der "gemeine Staatsbürger" gerne tragen darf, ist die logische Folge und ökonomisch vorprogrammiert. Früher oder später muss eine derartige Politik zum Zusammenbruch des ganzen Systems führen.

Warum eine solche Politik infrage gestellt werden muss und in hohem Maße unökonomisch ist, darüber werde ich mich demnächst auslassen.

Falls jemand meint, dass meine Auslegung des Begriffes Bürger sehr subjektiv ist, dem möchte ich die Definition der Bundeszentrale für politische Bildung empfehlen.
Diese definiert den Begriff Bürger wie folgt:

Bürger/Bürgertum

In der Antike eine durch Geburt erworbene Zugehörigkeit zu den mit politischer Entscheidungsgewalt ausgestatteten Personen; im Mittelalter die freien, vollberechtigten Bewohner einer Stadt (zunächst Gewerbetreibende, Kaufleute), die (neben Adel und Klerus) einen eigenen sozialen und politischen Stand bildeten.

Die Zugehörigkeit zum B. war mit bestimmten Privilegien verbunden, das B.-Recht war erblich (keine B.-Rechte besaßen z.B. Juden, Arme, Gesinde).
Während des Absolutismus wandelte sich der Begriff des Bs., das nun u.a. auch Verleger, Bankiers und Angehörige gelehrter Berufe einschloss und zum Träger der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung wurde.

Mit der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, der Französischen Revolution und der Anerkennung der allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte begann das klassische Zeitalter des Bürgertums.
Die Entwicklung der Nationalstaaten und der Niedergang des Bürgertums als sozialem Stand führten zur schrittweisen Ablösung des Begriffes B. durch die Bezeichnung Staatsbürger.
Ugs. verweist der Begriff auch heute noch auf die soziale Mittelschicht.
!
Nachzulesen HIER


Das Gros unserer Gesellschaft aber sind Menschen.
Ohne sie gäbe es weder diese Mittelschicht noch deren Mittel, auch keine Steuern für den Staat.

Bei Wahlen zu zeigen, was man von der politischen Leitung unserer angeblichen "Leistungsträger" hält, dazu haben wir die Demokratie. Ihre Möglichkeiten zu nutzen,
braucht Selbstbewußtsein und Flexibilität!
Menschen, die sich aus dieser Verantwortung stehlen, haben selber Schuld und irgendwann nicht einmal mehr das Recht und die Möglichkeit zu meckern!


von madame federkiel - veröffentlicht in: Nun mal im Ernst! - Community: Sprache ist Macht!
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