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Geschichten auf die Schnelle

Montag, 9. november 2009


Das Ereignis ist schon seit Tagen Thema in den Medien. Doch heute ist nun endlich dieser Tag, an dem sich 1989 die Ereignisse überschlugen. Ich habe daher das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

28 Jahre lang hatte sie die Deutsche Demokratische Republik (DDR) von der Bundesrepublik getrennt.

Ende 1989 war sie Geschichte: die Berliner Mauer. Davor hatte es in der ganzen DDR Demonstrationen für eine freie Ausreise gegeben. Immer mehr Menschen waren in den Westen geflüchtet. Daher sah sich die DDR-Spitze gezwungen zu handeln – ein neues Reisegesetz sollte helfen.

In einer Pressekonferenz verlas Günter Schabowski, ein Funktionär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), am 9. November 1989 die Nachricht: Ab sofort könnten alle DDR-Bürger kurzfristig die Ausreise beantragen. Schabowski durchkreuzte damit, ohne es zu wissen, die Pläne der DDR-Spitze. Diese wollte das erst am nächsten Tag veröffentlichen.

Die Medien verbreiteten die Nachricht von den „offenen Grenzen“ in Windeseile.
Tausende Menschen suchten die Grenzübergänge auf. Sie drängten auf Durchlass, sodass die Grenzposten schließlich der Menschenmenge nachgeben mussten.

Einen Grenzübergang nach dem anderen öffnete die DDR nach diesem denkwürdigen Tag. Und 1990 kam es dann zur Wiedervereinigung.

Übrigens: Wissen Sie, warum wir die Deutsche Einheit nicht am Tag des Mauerfalls feiern, sondern am 3. Oktober?

Zum einen war Deutschland erst am 3. Oktober 1990 wieder vereinigt.

Zum anderen sprach die Reichspogromnacht von 1938 dagegen, den Tag der Deutschen Einheit als nationalen Feiertag auf den 9. November zu legen.

Damals fanden in der Nacht vom 9. auf den 10. November in ganz Deutschland grauenvolle Verbrechen gegen Juden statt: Die Nationalsozialisten töteten 91 Menschen, verschleppten Zehntausende in Konzentrationslager, zündeten Synagogen an und beschlagnahmten jüdisches Eigentum.

So schreibt es der Orgenda-Verlag
von madame federkiel
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Montag, 13. april 2009

...dieses Osterfest!
Wiki-Hase hat mächtig zugelegt über
Ostern, nöch!? Schuld ist Fimilienministirin Frau Hase von der Leyen!
Das Elterngeld war wohl für die Menschen doch nicht sehr erotisch. Ich hatte viel mehr Eier dabei, als neue Kinder gehoppelt wurden und musste sie nun alle selber verputzen.
....Pssst, Wiki-Hase liiiebt Schookiiilaadeneier! Hmmm...!


Nun ja, is nich weiter schlimm, ich hab
ja bis zum nächsten Osterfest zum Abspecken und Abhoppeln Zeit (wenn das bei DEM GEWICHT überhaupt noch funktioklappt!?).

Bis zum nächsten
Osterfest hab ich auch wieder viel Aufklärungsarbeit
zu machen über das Osterfest. In einer Reportage die ich vor ein paar Tagen gelesen hab, wurden Schüler gefragt, was denn Karfreitag und Ostern eigentlich los war und warum man das feiert:

Die originellsten Antworten haben mich glatt von meinem Puschel torpediert: „
Ostern war der einzig freie Tag für die Arbeiter.“, „Ostern feiert die Kirche den Anfang des Jahres.“, „Da wurde irgend ein Hase geboren.“ Welch tiefgreifende Erkenntnisse!?!?

O.k., Wiki-Hase weiß von nix, dafür sind Hasen bekannt, aber die Kinder wissen noch viel nixer!
Schludibum, aber wozu gehen Kinder eigentlich in die Schule?

Zugegeben, repräsentativ sind die Antworten nicht.
Offensichtlich ist aber, dass es nicht ganz so einfach ist, die Hintergründe von Ostern zu verstehen. Dass es "heidnische" Urspünge hat, zu einem christlichen Fest umfunktioniert wurde und nun direkt nach Weihnachten in den Supermärkten kommerziell als Ostereier und –hasenfest verkauft wird. Dabei kann das doch so einfach sein!

Ich bin ja durch die ganze
Ostereierei etwas träge im Moment und habe desterwegen meinen Osterspaziergang gestern lieber virtuell gemacht. 
Da finde ich doch diese tolle Internet-Seite

www.das-osterportal.de

aus Hamburg mit wirklich tollen Infos rund ums Osterfest - historische und religiöse Hintergründe bis zu den Bräuchen und Gepflogenheiten. Da is mir doch fast 'n Schokiladenei am Zahn stecken geblieben! Zwar meine Konkurrenz, aber einfach SUPER!
Da kann Wiki sich auch immer mal 'n büschen schlauer machen. Besonders gefallen mir die
Osterdekorationen, Osterspiele und die O
sterwitze, hi, hi....
Vielleicht 'n Tipp, da auch mal reinzuluschern.


Wiki-Hase wird sich 'nu auf den Heimweg machen und heute mal früh auf die Löffel hauen!
Bis zum nächsten
Osterfest sach ich ma Tschüüühüüüß!

von madame federkiel
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Donnerstag, 9. april 2009


Das ist so etwas mit 
Ostern?! Unglaubliche Geschichten ranken sich darum! Zum Bleistift:

Wer war zuerst da - Der Hase oder das Ei?
Leider muss ich gestehen - eindeutig das Ei !

Nicht nur, weil es ein Fruchtbarkeitssymbol ist, sondern es hat es aus einem ganz profanen Grund geschafft,
DAS Symbol für
Ostern zu werden.

Schon vor über 1000 Jahren durften Christen in der Fastenzeit vor Ostern weder Fleisch, noch tierische Produkte essen - also auch keine Eier. Den Eierlieferanten, die was die Hühner sind, war das aber völlig egal; sie legten einfach weiter! So sammelten sich daher bis Ostern immer viel zu viele Eier an. Abkochen half wenigstens, sie haltbarer zu machen.

Dann wurde diesen Eiern auch noch eine ganz besondere Ehre zuteil;

cirka um das 12. Jahrhundert herum nahmen die Leute am Ostersonntag die Eier mit zur Messe in die Kirche, um sie weihen zu lassen.
Ob sie dadurch besser schmecken oder länger halten sollten, weiß ich wieder nicht, aber das macht ja auch nix, denn ich heiße ja Wiki-Hase.

Und weil man sich immer fein machte, wenn man in die Kirche ging, färbten die Leute auch die Schalen der Eier bunt und bemalten sie mit Mustern oder Bildern.

Wir Hasen sind ebenfalls Symbole der Fruchtbarkeit - obwohl die Kaninchen uns auf dem Gebiet weit voraus sind!

Seit 300 Jahren dürfen wir deshalb die bunten Eier zu den Kindern schleppen und auch noch verstecken.

Das haben wir der evangelischen Kirche zu verdanken. Die lehnten die "Eierweihe" der Katholiken als Mumpitz ab. Aber weil die protestantischen Familien in den Städten die bunten Eier hübsch fanden, kriegten ihre Kinder zu Ostern doch welche.
Und die brachten dann wir Hasen.
Das ist aber nur EINE Erklärung für unseren
Oster-Job und ich bin sicher, bis zum Osterfest im nächsten Jahr finde ich noch neue Döntjes dazu. Und ihr könnt jetzt die Eier suchen, die ich hier versteckt habe.

Bis dahin allerdings noch mal das tolle Gedicht über die bekloppten Hennen. Das is 'n echter KNALLER!

DER  DEAL von Sonja Bartl


Ein schönes Osterfest! und fröhliche Ostereierei wünscht Wiki-Hase
Tschüühüüß, (hoffentlich überfresse ich mich nicht wieder! Wer legt eigentlich die Schokoladeneier?)
Ob das alles so richtig ist? Mein Name ist ja Wiki-Hase und ich weiß bekanntlich von nix!
von madame federkiel
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Freitag, 20. februar 2009



Gerade noch rechtzeitig hatten wir unser Kaffeepäuschen eingelegt, weil die Gasse gestopft voll Menschen war.

Nun konnten draußen die Menschen überhaupt nicht mehr weiter und wollten zurück.
Sie schrieen und weinten, weil nichts mehr ging, weder vorwärts noch rückwärts und die Lage wurde sehr bedrohlich!

Im Café ließ man gerade noch rechtzeitig die eisernen Roll-Läden vor Tür und Fenstern runter, damit sie nicht eingedrückt wurden.

Wir hatten ja zum Glück Sitzplätze gefunden, aßen dann erst einmal belegte, typisch venezianische Doppeldecker-Toasts, deren Namen ich vergessen habe, weil man den Geschmack auch vergessen konnte,  und warteten ab, bis sich das Chaos dort draußen entspannt.

Das dauerte zwei ganze bange Stunden. Auf Railto-Brücke hatten wir anschließend auch keine Lust mehr und haben uns lieber wieder über die Seitengässchen verkrümelt.

Auf dem Markusplatz zurück, bot sich unseren Blicken ein Müllplatz der besonderen Art.

Wie ich später in unseren Zeitungen las, hatte es von München aus einen Boom an Billig-Tagesausflügen mit dem Bus nach Venedig gegeben. Es waren zusätzlich zu den üblichen Touristen massenhaft Punks in Venedig eingefallen, die kein Geld ausgeben wollten, den Markusplatz belagerten, dort ihre billigen Zweiliterflaschen Rotwein und ihr Weißbrot konsumierten, sich im trunkenen Zustand aus allen Öffnungen entleerten und auch ihren ganzen Müll liegen ließen, als man zur Rückfahrt pfiff.
Es war unvorstellbar!

Als uns der nächste Tag mit Sonne empfing, blieben wir zu zweit in Treponti und erkundeten dort die Gegend. Dabei sahen wir erst, wie riesig das dem Hotel angeschlossene Gelände war, wie viele Bungalows dort standen und dachten uns, dass  im Sommer dort wohl sardinenmäßige Enge am Strand herrschen musste.
Aber jetzt war es sehr schön dort.

Als wir später zum Schiff gehen wollten, hörten wir seltsame Klänge, denen wir nachgingen, und landeten in dem dortigen Karneval.

Kleine Wagen mit wild kostümierten Leuten waren zum Marktplatz unterwegs und machten Musik oder Lärm. Ein riesiger Spaß für die Leute.

Am Marktplatz jedoch hatte man an einem mittelalterlichen, hohen Gebäude eine Balustrade errichtet. Darauf  machte ein großes Orchester Musik.
Und zwar genau die Musik, die mich von weitem schon so befremdet hatte...."Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft!" hörten wir und es folgten ausschließlich solche Berliner Melodien aus den 20ger-30ger Jahren.

Ich dachte mir, dass sie das doch nicht extra für uns hätten machen müssen, bedankte mich huldvoll nach allen Seiten, was keiner zur Kenntnis nahm und dann machten wir uns endlich wieder auf zum Karneval in Venezia.

Ob das der Tag war, als die Gondeln alle geschmückt zum Korso antraten, was auch sehr beeindruckend  war, weiß ich nicht mehr; fest steht, dass wir trotz drangvoller Enge auf allen Plätzen zu lange blieben und so mit dem letzten Schiff nachts zurück zum Festland mussten.

Als wir an der Schiffs-Station ankamen, konnten wir gerade noch in den Warteraum, der auch der Durchgang zum Schiff war. Gleich nach uns kamen dann noch Hunderte, die auch mit dem letzten Schiff aufs Festland wollten.

Der Warteraum, der üblicherweise wohl 50 Leute fasste, war schließlich so vollgestopft, dass die Männer alle Kinder auf ihre Schultern setzen, damit die Lütten nicht zerquetscht würden.

Meine Begleitung, die mir knapp bis zur Schulter ging, bekam langsam Panik und war schon ganz grün im Gesicht.
Ich, die ich das Glück habe, in brenzligen Situationen ziemlich angstfrei zu sein und zur Hochform aufzulaufen, hatte schon eine Strategie, was wir machen sollten, wenn das Schiff anlegt und die hysterische Menge sich in Richtung Ausgang in Bewegung setzt.
Ich wollte mich dann zur Seite in die Ecke des Raums abdriften lassen, die in dem Moment zum "toten Winkel" würde, auch auf die Gefahr hin, den blöden Dampfer nicht mehr zu erwischen. Ich wies meine Begleiterin an, sich in dem Fall direkt hinter mich zu halten und war fest überzeugt davon, dass ein Lebensende für mich noch nicht vorgesehen war.

Vor dem Warteraum am Kai kam es derweil zu Tumulten, denn ein Teil der Menge hatte die Absperrung überklettert und stand nun bis direkt ans Wasser.
Das Schiff, das mittlerweile eingetroffen war, legte nicht an, weil die Crew befürchtete, dass Leute ins Wasser gestoßen würden und zwischen Schiff und Kaimauer geraten.

Als dann endlich Carabinieri anrückten und mit Gummiknüppeln die Menschen zurückdrängten, kam die befreiende Nachricht.
Es sollten so viele Schiffe wie nötig eingesetzt werden, bis alle Menschen sicher ans Festland gelangt sind. Bezahlen musste auch keiner und ich glaube, dass einige Menschen an diesem Tag dem kühlen Kopf des Kapitäns, der so schnell reagiert und organisiert hatte, ihr Leben verdankten.

Am nächsten Tag dann Abschiedsbesuch bei Venedig im Nebel. Es war bedeutend menschenleerer und der Nebel, der in Schwaden durch die Stadt waberte und immer wieder die Sicht freigab, schaffte eine sehr mystisch-theatralische Atmosphäre.

Dass man in solcher "Stimmung" Kriminalgeschichten (Donna Leon) ansiedeln kann, scheint mir seit dieser Erfahrung nur allzu logisch.

Trotz der zeitweiligen drangvollen Enge ist mir Venedig als äußerst reizvolle Stadt in Erinnerung geblieben. Da ich auch öfter die Teile besucht habe, die von Touristen nicht so oft heimgesucht wurden, haben ich auch die ganz normalen Menschen
kennen gelernt und Restaurants, in denen man sehr gut und durchaus normalpreisig essen konnte. Ich traf auf äußerst liebenswürdige Menschen; meistens Arbeiter, aber auch sehr distinguiert wirkende Herrschaften.

Auch im Hotel war man sehr zuvorkommend, obwohl wir nicht gerade viel Geld dort gelassen haben. Die Familie kochte einmal sehr gut für uns, öffneten extra für uns die Bar und mixten uns die typischen Getränke der Venezianer. Und das, obwohl sie zeitweilig befürchten mussten, dass es mit uns Stress gibt. 
Der Grund: die Initiatorin dieser Fahrt hatte den Preis dafür von uns allen eingesammelt, sich mit ihrem Begleiter dann in die Wolle gekriegt, der offenbar nicht nur Venedig kannte und liebte, sondern auch seit ewiger Zeit eine Venezianerin.
Er war fast die ganze Zeit über nicht auffindbar und da das große Portemonnaie auch verschwunden war, entstanden Mythen.

Zum Glück war irgendwann das Geld wieder da und der Mann auch und so ging es, nach Entladung eines zwischenmenschlichen Gewitters, wieder Richtung Bozen.

Da ich die alten Italienischen Mandolinenweisen und Lieder so gerne mag und an der Grenze in Bolzano an einer Tankstelle jede Menge Kassetten sah, wollte ich mir für die verbliebenen Lira noch Musik kaufen.
Man stelle sich meine Überraschung vor, als sich herausstellte, dass es dort ausschließlich Kassetten mit Reden des italienischen Diktators Duce gab!

Der Rest der Reise, zwar mit maulender Reiseleitung, verlief dann vergleichsweise sehr normal.
Naja, man kann wirklich nicht sagen, dass diese Reise nach Venedig langweilig war.

Seit damals habe ich mir vorgenommen, Venedig außerhalb der Saison einen Besuch abzustatten, denn diese Stadt hat schon ihren besonderen Reiz.
Im beginnenden Frühling oder im Herbst vielleicht, und dann, wenn möglich, auch Venetien etwas zu erkunden.

Bisher ist es mir noch nicht gelungen, weil mir die passende Begleitung fehlte, und alleine ist es doof, durch Venedig zu bummeln. Aber vielleicht bekommt ja der Eine oder Andere nach diesem Bericht Lust....?


(Wenn ja, sollte man es mich wissen lassen.
Es gibt ja eine Mail-Adresse unter "Madame Federkiel persönlich")

Und zum guten Schluss noch eine super Fotoserie aus dem Jahr 2005
von madame federkiel
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Donnerstag, 19. februar 2009



Folgendes schrieb der Autor
Thorsten Droste über den Karneval in Venedig 1987 in seinem Buch "Venedig - die Stadt in der Lagune" auf der Seite 40:

"Für eine Stadt, die seit ihrer Geburtsstunde im und durch den Austausch mit Fremden lebte, ist der Tourismus keine Neuerscheinung.
Schon früh lernten die Venezianer damit zu leben, dass auch andere die Liebe zu ihrer Stadt teilten.
Unter der Lawine jedoch, die der moderne Massentourismus losgetreten hat, droht die Stadt allmählich zu ersticken.
Anlässlich des Karnevals 1987 strömten an einem einzigen Wochenende rund 700.000 Besucher nach Venedig.
Die Menschenmassen verstopften den gesamten Innenstadtbereich, brachten den Verkehr der Linienschiffe praktisch zum Erliegen, drückten Schaufenster ein und hinterließen Berge von Abfall.
Die im Stadtrat entbrannte Diskussion, wie man des Übels Herr werden solle, gipfelte in der Forderung nach Abschaffung des Karnevals.

Aber das Interesse am Kommerz behielt Oberhand. Die weise Entscheidung des Magistrats: abwarten und nichts unternehmen!"

Logisch, dass ICH ausgerechnet in diesem Chaos landen musste!

Eine Bekannte hatte mich darauf hingewiesen, dass eine Freundin aus Worpswede Leute suchte, die mit ihr zusammen  in einem privat gemieteten Reisebus gemütlich zum Karneval in Venedig fahren wollten. Sie hatte einen Deutschen Lebensgefährten dabei, der lange in Venedig gelebt hatte, sich aber letztendlich als nicht sehr interessiert an uns erwies.


Da ich mich gerade enttäuscht von einer unnötigen männlichen Erfahrung getrennt hatte, nicht im Selbstmitleid versinken wollte, entschloss ich mich sofort, dort mitzutun.

Ich hatte Fünfmarkscheine gesammelt und damit war die Reise-Finanzierung gesichert, als ich mein Schwein (nicht den Kerl) geschlachtet hatte.

So fuhren wir nachts von Worpswede mit einer bunt gemischten Gesellschaft von 20 Personen los - von 30 bis über 70 Jahre war alles vertreten.

Dementsprechend waren auch die Erwartungen sehr unterschiedlich; einige wollten in Ruhe ihren Joint rauchen und Spaß haben, andere hatten sich voll auf "Kultur" eingestellt. Es lief also nicht ganz stressfrei ab, aber unser junger Busfahrer hatte zum Glück die Ruhe weg, und so ging es erst einmal nach München, wo wir in aller Herrgottsfrühe auf dem Viktualienmarkt 'ne frische Weißwurst zum Frühstück aßen.

Weiter ging es gemütlich über Bolzano/Bozen Richtung Venezia. Bevor wir aber in den Karneval eintauchen konnten, landeten wir erst einmal gegenüber der Lagunenstadt im "holiday center VALDOR" (sehr preiswert), einer Urlaubsanlage mit Hotel, Bungalows und Zeltplatz am Strand des kleinen Ortes Treporti - wir waren fast die einzigen Gäste dort.

Wir hatten Mehrbettzimmer im Hotel gemietet, denn schlafen wollten wir sowieso nur im Fall der totalen Erschöpfung.

Von Treporti fuhren regelmäßig Linienschiffe nach Venedig, und so fuhr unsere bunte Truppe - die meisten hatten den Theaterfundus in Bremen für diese Gelegenheit geplündert - Richtung Karneval.


Wir hatten in den vier Tagen Ende Februar, die wir dort verbrachten, jede Menge Wetter. Dadurch erlebten wir die Stadt in unglaublich unterschiedlicher, immer wieder überraschender "Stimmung".


Einem Tag Schnee folgte ein Tag Nebel und Hochwasser, welches den Markusplatz leicht flutete, und dann wieder ein Tag so strahlender Sonnenschein, dass wir tagsüber am Strand in Treporti blieben, uns nachmittags den Karneval dort anschauten und erst am Abend nach Venedig übersetzten.


Dadurch blieben wir bis zum letzten Schiff zum Festland in der Lagunenstadt, was sich als ganz großer Fehler erwies. Aber darauf komme ich später zurück.

Da mir mein Wohlgefühl immer schon wichtiger war, als zu frieren, hatte ich außer meinem dicken "unkaputtbaren" Wolf-Webpelzmantel (in dem ich auch im Bus gut schlafen konnte!) nur eine Katzen-Maske aus Federn dabei. Dazu hatte ich mir um den Mund herum noch mittels Pünktchen und langen aufgemalten Barthaaren ein Katzengesicht geschminkt.

Zunächst einmal ging es am Vormittag zum Markusplatz, der mit riesigen Hängekronleuchtern geschmückt war, überall wurden wir mit Musik des "Rondo Veneziano" beschallt.

Es war schon reichlich Betrieb auf dem Platz, Touristen aus aller Welt, aber vor allem reizten uns die kunstvollen Geschöpfe mit Masken.

Wie wir später in Gesprächen erfuhren, wurden sie teils von der Tourismus-Zentrale bezahlt und stellten sich jedes Jahr zur Schau.
Zum großen Teil aber reisten sie aus allen Teilen der Welt an. Viele "Künstler" hatten das ganze Jahr an ihren Kostümen gearbeitet und es waren  wirklich sehr edle Kunstwerke entstanden, die sich einen regelrechten Wettstreit um das schönste Kostüm lieferten.

Wieder Erwarten wurde auch ich - hauptsächlich von Asiaten, aber auch von Italienern - fotografiert und musste mit meinem Katzengesicht posieren.

Da es auch in anderen Teilen Venedigs noch genug Masken zu bestaunen gab, ich noch nie in dieser Stadt war, beschloss ich mit einer Begleiterin zusammen, Venedig auf meine Art zu erkunden.

Ich hatte mir einen alternativen Stadtführer der neuesten Ausgabe besorgt. Das mache ich bei allen Städten so und es hat sich schon deshalb gelohnt, weil ich immer gute und günstige Gelegenheiten für Essen und Trinken fand, aber auch so manches unbeachtete Kleinod fernab der touristischen Trampelpfade.


So gingen wir in Venedig ins Palazzo Grassi, einen wunderschön renovierten Palast, in dem gerade die appetitlichen Obst- und Gemüsebilder des legendären Malers Arcim Boldo ausgestellt waren.

Wir besichtigten eine Werkstatt, in der das typisch venezianisches Papier mit Wasserfarben gestaltet wurde, schauten bei den Maskenherstellern rein und auch ein Gondelbauer war vor uns nicht sicher.


Natürlich muss man in Venedig immer wieder auf einen Cappuccino mit echter Milchschaumkrönung - (nicht die typisch deutsche Sahneversion) einkehren, weil das fast die einzige Möglichkeit ist, aufs Töpfchen zu gehen.


Ich weiß nicht, ob sich das zwischenzeitlich geändert hat, aber damals stank es trotz Kälte an jeder Ecke und in jedem Winkel wie Urinal - so habe ich das nur noch im Sommer in Paris erlebt.
Es gab/gibt? übrigens nahe dem Markusplatz ein öffentliches "Badehaus", in dem sich nicht nur die Klos befinden, sondern auch
Badzimmer und Duschräume zu mieten sind, und man seine Taschen zur Aufbewahrung abgeben konnte.

Da das sehr schlecht ausgeschildert war und nur in Italienisch, fanden es aber nur wenig Menschen.


Meinem Alternativ-Führer hatte ich entnommen, dass man sein Käffchen im Stehen trinkt, da man einen gewaltigen Aufpreis berechnet bekam, wagte man es, sich auf
einen Stuhl zu setzen.

So fanden wir glücklicherweise auf unserem Weg zur Rialto-Brücke ein Café mit kostenlosen Klappsitzen an der Wand in einer winzigen Gasse, kurz bevor sich vor der Tür eine Katastrophe anbahnte.

Aber davon erzähle ich morgen mehr!
Bis dahin eine wundervolle Fotoserie
von 1998.
Mehr davon finden Sie auf dieser Website

von madame federkiel
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Donnerstag, 15. januar 2009

Vom Armdrücken oder wie man einen Krieg anfängt.

Weil es gerade so gut in diese Zeit passt, heute eine meiner "Geschichten aus der Badewanne", einst entstanden, weil ich für mehr als Gedichte und Kurzgeschichten keine Zeit hatte.

Wissen Sie, wie ein Krieg entsteht?...Nein!
Das geht ganz einfach. Wirklich! Ich erzähle es Ihnen mal ganz kurz, denn ich war direkt dabei. Also das war so.
 
Der Herr A. (Den richtigen Namen möchte ich aus verständlichen Gründen nicht nennen!) hatte sein Haus auf einem sehr ungünstig liegenden Grundstück. Um auf die Hauptstraße zu gelangen, musste er seit Neuestem einen großen Umweg fahren, weil eine Direktverbindung, die über das Grundstück von Herrn S. führte, plötzlich durch einen Zaun dichtgemacht worden war.

Obwohl Herr A. in einer Autowerkstatt für Herrn S. arbeitete, wollte sich Herr S. auf diese Weise deutlich von der für ihn befremdlichen Lebensweise der Großfamilie des Herrn A. abgrenzen.
Herr A., der auch nicht von der protzigen Lebensweise des Herrn S. begeistert war, wurde daraufhin sehr ungehalten. Der Umweg von mindestens einer halben Stunde bedeutete eine große Einschränkung der Lebensqualität für ihn und seine Familie. 

Nach langem Zureden seiner Frau raffte er sich auf,  Herrn S. um eine Unterredung zu bitten. Das Gespräch sollte auf neutralem Boden im nächstgelegenen Gasthaus stattfinden.  
   
Die ganze Nachbarschaft war anwesend, denn man witterte mit Recht Zoff, wenn zwei so unterschiedliche Männer aufeinandertreffen.
Die Kontrahenten saßen sich an einem Tisch gegenüber und Herr S. forderte zunächst einmal Herrn A. auf, das alberne Kopftuch abzunehmen, vorher weigere er sich, mit Herrn A. zu reden.

Herr A. meinte, dass er Herrn S. ja auch nicht auffordern würde, sein völlig nutzloses Käppi abzulegen....Man sah die Vernunft langsam auf den Ausgang zugehen.

Herr S. betonte, dass er Forderungen stellen könne, da Herr A. schließlich von ihm etwas wolle.
Herr A. antwortete, dass Herr S. seine Position schamlos und menschenunwürdig ausnutzen würde.
Seinen Stolz ließe er sich auf gar keinen Fall abkaufen, das Tuch bleibt.

Worauf A. wohl stolz sein könne, höhnte da Herr S. und haute heftig mit der Faust auf den Tisch. Schließlich wäre A. nur ein ungebildeter, fauler Sack.
Das reichte A. und er meinte, dass er nicht nur so viel im Hirn hätte wie S., sondern ebenso viel Muskelmasse. Außerdem könne er viel besser Kinder machen als Herr S.

Herr S. schäumte und schlug daraufhin, ganz schlau, dem um mindestens 10 Jahre älteren Herrn A. vor, man solle sich doch mittels Armdrücken erst mal für ein Verhandlungsgespräch qualifizieren....Die Vernunft machte darauf hin die Tür von außen zu.

Herr A. ließ sich hitzig und unvorsichtig auf den Vorschlag von Herrn S. ein. Bruchteile von Sekunden später realisierte er, dass er gar keine Chance gegen Herrn S. haben würde. Daraufhin hob er just in dem Moment, als der schiedsrichternde Nachbar Herr F. den Befehl zum Losdrücken gab, mit seinem Bauch den Tisch soweit an, dass ein Glas kippte. Herrn S. lief das Bier direkt zwischen die Beine auf seine Hose.
Er sprang auf und klebte Herrn A. eine.

Herr A. guckte unschuldig und beleidigt, griff dann nach allem, was sich werfen oder schütten ließ, und feuerte es in Richtung von Herrn S. Die Menge johlte und feuerte die Kontrahenten an. Längst hatten sich die anwesenden Gäste in zwei Fangruppen aufgeteilt.      

Der Wirt murmelte etwas von Kopftuch und Käppi und Unverhältnismäßigkeit der Mittel.
Als die beiden Streithähne anfingen, sich die Karosserie zu verbeulen, schmiss er sie aus der Kneipe.
Sie landeten im Dreck und sahen beide nicht aus wie Sieger. Sie krochen, unter wüsten Drohungen, blau geschlagen nach Hause. Herr A. musste wieder den elend langen Umweg nehmen.

Als er fast zu Hause angelangt war, hörte er laute, aufgeregte Stimmen. Am Zaun prangte ein Transparent mit der Aufschrift
"Betreten für Proleten verboten! Wer über den Zaun steigt  wird erschossen!"
Das hatte Herr S. darauf geschrieben.

Die Frau von Herrn A. fragte, was denn bei der Verhandlung herausgekommen sei. Herr A. brüllte " Welche Verhandlung?" und, sie solle die Klappe halten.

Frau S. hatte mit ihren Fragen auch nicht viel mehr Glück. Ihr Mann klebte ihr eine und sperrte sie mitsamt der Kinder im Kinderzimmer ein.


Beide Männer standen am nächsten Morgen vor dem Badezimmerspiegel, schämten sich und fanden sich ziemlich blöd. Sie überlegten, wie es zu dieser verfahrenen Situation gekommen war - sie wussten es nicht mehr.

Der mit ziemlicher Sicherheit von nun ab arbeitslose Herr A. trommelte daraufhin seine vielen Kinder zusammen und schickte sie los, möglichst viele große Steine zu sammeln.

Herrn S. wurde klar, dass er einen guten Angestellten verloren und richtig Scheiße gebaut hatte. Das durfte aber keiner merken. Er putzte seine Schrotflinte und rief für alle Fälle die Kumpel vom Schützenverein an.

Seither sind Monate vergangen; in der weiteren Umgebung werden keine Kopftücher und auch keine Käppis mehr getragen, obwohl unklar ist, ob diese beiden Kopfbedeckungen wirklich die auslösenden Faktoren dieser kriegerischen Auseinandersetzung gewesen sind.

Die Häuser von Herrn A. und Herrn S. wurden mittlerweile für unbewohnbar erklärt. Die Grundstücke sind vermint.       
Die Mütter und Frauen der Herren A. und S. treffen sich einmal monatlich im nächsten Stadtteil zum Kaffeklatsch. Die Mütter sinnieren darüber, was sie bei der Erziehung ihrer beiden Buben falsch gemacht haben. Die Frauen häkeln näckische, bombonrosa Überzieher für Bömbchen, weil das Leben so öde ist und ärgern sich darüber, dass ihre Herren die Männlichkeit an der Front ausleben, angeblich den Weltfrieden sichern, und im Bett nix mehr los ist.

Der Vernunft hat es endgültig die Sprache verschlagen!

Ich kann Ihnen nun zwar erzählen, wie einfach es ist, einen Krieg anzufangen, und weiß jetzt, dass das offenbar Männersache ist. 
Aber wie das mit dem Frieden geht, weiß ich auch noch nicht so genau. Wahrscheinlich ist das Frauensache?

Meine Badewanne ist neutraler Raum und meine Gummiente loyal bis opportun und, Gott sei Dank, völlig unmännlich.

Ahoi, ich tauche erst mal ab.


von madame federkiel
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Freitag, 9. januar 2009

Eine kleine Geschichte, die als Mail durch die Welt geschickt wird.
Ob sie wahr ist, spielt eigentlich keine Rolle. wichtig ist nur, dass sie wahr sein könnte, denn sie ist eine gute Geschichte.

Bei einem Wohltätigkeitsessen zugunsten von Schülern mit  Lernschwierigkeiten hielt der Vater eines der Kinder eine Rede, die so schnell keiner der Anwesenden vergessen wird. Nachdem er die Schule und ihre Mitarbeiter in höchsten Tönen gelobt hatte, stellte er folgende Frage:

"Wenn keine störenden äußeren Einflüsse zum Tragen kommen, gerät  alles, was die Natur anpackt, zur Perfektion. Aber mein Sohn Shay ist nicht so lernfähig wie andere. Er ist nicht in der Lage, die Dinge so zu verstehen wie andere Kinder. Wo ist die natürliche Ordnung der Dinge bei meinem Sohn?" 
Das Publikum war angesichts dieser Frage vollkommen stumm.

Der Vater fuhr fort: "Ich bin der Meinung, wenn ein Kind so ist wie
Shay, das geistig und körperlich behindert zur Welt kommt, dann  entsteht die Möglichkeit, wahre menschliche Größe zu zeigen, und es liegt nur daran, wie die Menschen dieses Kind  behandeln."

Dann erzählte er die folgende Geschichte:

"Shay und ich waren einmal an einem Park vorbeigekommen, in dem einige
Jungen, die Shay kannte, Baseball spielten. Shay fragte: "Glaubst du, sie lassen mich mitspielen?"

Ich wusste, dass die meisten der Jungen jemanden wie Shay nicht in
ihrer Mannschaft haben wollten, aber als Vater war mir auch Folgendes klar:
Wenn mein Sohn mitspielen durfte, dann würde dies ihm das
Dazugehörigkeitsgefühl geben, nach dem er sich so sehr sehnte, und  auch die Zuversicht, trotz seiner Behinderung von anderen akzeptiert zu werden.
Ich ging also zu einem der Jungen auf dem Spielfeld und fragte, ohne
allzu viel zu erwarten, ob Shay mitspielen könne.
Der Junge schaute sich hilfesuchend um und sagte: "Wir haben schon
sechs Runden verloren und das Spiel ist gerade beim achten Inning. Ich glaube schon, dass er mitspielen kann. Wir werden versuchen, ihn  dann beim neunten Inning an den Schläger kommen zu lassen."

Shay kämpfte sich nach drüben zur Bank der Mannschaft und zog sich
mit einem breiten Grinsen ein Trikot des Teams an. Ich schaute mit Tränen in den Augen und Wärme im Herzen zu.

Die Jungen sahen, wie ich mich freute, weil mein Sohn mitspielen
durfte.

Am Ende des achten Innings hatte Shays Team ein paar Runden gewonnen,
lag aber immer noch um drei im Rückstand.

Mitten im neunten Inning zog sich Shay den Handschuh an und spielte
  im rechten Feld mit. Auch wenn keine Schläge in seine Richtung gelangten, war er doch begeistert, dass er mit dabei sein durfte, und grinste bis zu beiden Ohren, als ich ihm von der Tribüne aus zuwinkte. Am Ende des neunten Innings holte Shays Mannschaft noch einen Punkt.

In der jetzigen Ausgangslage war der nächste Run ein potenzieller
Siegesrun, und Shay kam als Nächster an die Reihe. Würden sie in diesem Moment Shay den Schläger überlassen und damit die Chance, das Spiel zu gewinnen, aufs Spiel setzen?

Überraschenderweise bekam Shay den Schläger. Jeder wusste, dass ein
Treffer so gut wie unmöglich war, denn Shay wusste nicht einmal, wie er den Schläger richtig halten sollte, geschweige denn, wie er den Ball schlagen sollte.

Als Shay allerdings an den Abschlagpunkt trat, merkte der Pitcher,
dass die gegnerische Mannschaft in diesem Moment nicht gerade auf den Sieg aus zu sein schien, und warf den Ball so vorsichtig, dass Shay ihn wenigstens treffen konnte.

Beim ersten Pitch schwankte Shay etwas unbeholfen zur Seite und
schlug vorbei.

Der Pitcher ging wieder ein paar Schritte nach vorn und warf den Ball
vorsichtig in Shays Richtung.
Als der Pitch hereinkam, hechtete Shay zum Ball und schlug ihn tief
nach unten gezogen zurück zum Pitcher.
Das Spiel wäre nun gleich zu Ende.

Der Pitcher nahm den tiefen Ball auf und hätte ihn ohne Anstrengung
zum ersten Baseman werfen können.
Shay wäre dann rausgeflogen, und das Spiel wäre beendet gewesen.
Aber stattdessen warf der Pitcher den Ball über den Kopf des ersten Basemans und außer Reichweite der anderen Spieler.
Von der Tribüne und von beiden Teams schallte es: "Shay lauf los!
Lauf los!"

Noch nie im Leben war Shay so weit gelaufen, aber er schaffte es bis
First Base.

Mit weit aufgerissenen Augen und etwas verwundert hetzte er die
Grundlinie entlang.
Alle schrieen: "Lauf weiter, lauf weiter!"

Shay holte tief Atem und lief unbeholfen, aber voller Stolz weiter,
 um ans Ziel zu gelangen.

Als Shay um die Ecke zur zweiten Basis bog, hatte der rechte
  Feldspieler den Ball. Er war der kleinste Junge im Team, der jetzt  seine erste Chance hatte, zum Held seines Teams zu werden.

Er hätte den Ball dem zweiten Baseman zuwerfen können, aber er hatte
verstanden, was der Pitcher vorhatte, und so warf er den Ball absichtlich ganz hoch und weit über den Kopf des dritten Basemans.
 
Also rannte Shay wie im Delirium zur dritten Basis, während die Läufer vor ihm die Stationen bis nach Hause umrundeten.

Alle schrieen nun: "Shay, Shay, Shay, lauf weiter, lauf weiter"  Shay erreichte die dritte Basis, weil der gegnerische Shortstop ihm  zur Hilfe gelaufen kam und ihn in die richtige Richtung der dritten Basis gedreht und gerufen hatte: "Lauf zur dritten!" 

"Shay, lauf zur dritten!"
Als Shay die dritte Basis geschafft hatte, waren alle Spieler beider
Teams und die Zuschauer auf den Beinen und riefen: "Shay, lauf nach  Hause! Lauf nach Hause!"

Shay lief nach Hause, trat auf die Platte und wurde als Held des
Tages gefeiert, der den Grand Slam erreicht und den Sieg für seine Mannschaft davongetragen hatte.

"An diesem Tag", so sagte der Vater, während ihm die Tränen übers
  Gesicht liefen, "brachten die Spieler von beiden Mannschaften ein  Stück wahrer Liebe und Menschlichkeit in Shays Welt."

Shay erlebte keinen weiteren Sommer mehr. Er starb im folgenden
  Winter und hatte nie vergessen, wie es war, ein Held zu sein und mich so glücklich gemacht zu haben und zu sehen, wie die Mutter ihren kleinen Helden unter Tränen umarmte, als er nach Hause kam!"


Wir schicken täglich tausende von Witzen per E-Mail durch die Gegend, ohne darüber nachzudenken, aber wenn es darum geht, Nachrichten in Bezug auf Lebensentwürfe zu verschicken, dann zögern die meisten.


Das Derbe, Vulgäre und manchmal auch Obszöne passiert den Cyberspace problemlos, aber die öffentliche Diskussion über anständige Dinge wird in unseren Schulen und an unseren Arbeitsplätzen nur allzu oft unterdrückt.

Wir alle haben tagtäglich tausende von Möglichkeiten, die "natürliche Ordnung der Dinge" zu verwirklichen.

Viele scheinbar triviale zwischenmenschliche Kontakte stellen uns vor die Wahl:
Geben wir ein bisschen Liebe und Menschlichkeit weiter, oder verpassen wir diese Chance und machen die Welt dadurch ein bisschen kälter?

Ein weiser Mann sagte einmal, jede Gesellschaft sei danach zu beurteilen, wie sie ihre am wenigsten gesegneten Mitglieder
behandelt.

Wir haben die Möglichkeit, die Gesellschaft etwas besser zu machen. Deshalb
habe ich diese kleine Geschichte hier weitergereicht.


von madame federkiel
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Donnerstag, 25. dezember 2008

Advent im Bayrischen Wald Autor: Toni Lauerer

Eine kleine Weihnachtsgeschichte vom Huber Seppi, einem 10-jährigen Jungen aus dem Unterland Bayerns.

Der Adpfend ist de schönste Zeit im Winta. De meisten Leit habm im Winta a Grippe. De is mit Fieber. Mir hom a oane, owa de is mit Beleichtung und man schreibst mit ´K´.

Drei Wocha bevor´s Christkindl kimmt, stellt da Pappa de Kripp´m im Wohnzimma auf und mei kloane Schwesta und i derma mithelfa.
Kripp´m san langweile. Owa de unser ned, wei mia habm mordstolle Figurn drin.
I hob amoi an Josef und s´Christkindl auf´n Ofa g´stellt, dass ses sche warm habm - und des war eahna z´hoass. S´Christkindl is schwarz worn und an Josef hats in lauta Trümma zrissn. Oa Fuaß vo eahm is bis in Platzldoag g´flogn und des war koa schöna Anblick.

Mei Mamma hat mi g´schimpft und g´sogt, das ned amoi de Heiligen vor meiner Bledheit sicha sand. Wenn d´Maria ohne Mo und ohne Kind herumsteht, schaugst ned guat aus.

Owa i hob Gott seidank vej Figurn in meina Spuikistn - und da Josef is jetzt da Donald Duck. Ois Chistkindl woit i an Asterix nehma, wai der so kloa is, daß er in den Fuadertrog paßt.

Owa da hot d´Mama g´sogt, ma ko doch ois Chistkindl koan Asterix hernehma, do is ja no as verbrennte Christkindl bessa. Es is zwar schwarz, owa immerhin no a Christkindl.

Hintan Christkindl stehnan zwoa Oxn, a Esl, a Nilpferd und a Brontosaurier. Des Nilpferd und den Saurier hob i hig´stellt, wei da Ox und da Esl warn ma z´langweili.

Links neba den Stoi kemman grod de heilign drei König daher. Oa König is an Papa im letzten Adpfend beim Putzn owe g´foin und er war total hi. Jetzt hama nur mehr zwoa heilige Könige und an heiligen Batman als Ersatz.

Normal homand de heiligen Könige an haufa Zeig für´s Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree - oda so ähnlich ... Vo de unsan hod oana anstatt Goid a Kaugummipapierl dabei, des glänzt so schö. Da anda hot a Marlboro in da Hand, wei ma koan Weihrauch ham. Owa de Marlboro raucht a schö, wenn mas ozündt. Da heilige Batman hat a Pistoin dabei. Des is zwar koa G´schenk füa a Christkindl, owa damit konn er´s vom Saurier beschütz´n.

Hinta dene drei Heilige san a por rotheitige Indiana und a kaasiga Engl. Den Engl is a Fuaß obbrocha, drum haman auf a Motorradl g´setzt, daß er si leichta tuat. Mit´n Motorradl kann er fahrn, wenn er grod net fliagt.

Rechts neban Stoi habma a Rotkäppchen hig´stellt. Si hod a Pizza und drei Weißbier füa d´Oma dabei. An Woif hama ned, drum lurt unta am Baam a Bummerl ois Ersatzwoif viara.

Mehr steht in unsara Kripp´m ned drin, owa des reicht a. Auf d´Nacht schoit mas Liacht ei und dann is unsa Kripp´m erscht so richte schö. Mia sitz ma olle do und sing ma Liarda vom Adpfend. Manche gfoinma, owa de meistn san ma z´luasat.

Mei Opa hot ma amoi a Gedicht vom Adpfend glernt, du des geht so:
Adpfend, Adpfend, da Bärwurz brennt,
erscht dringst oan, dann zwoa, drei, vier,
dann hauts´te mit dem Hirn an d´Tür.

Obwohl des Gedicht recht sche is, hot d´Muata gsogt, das i mir´s ned merka deaf.

Bis ma schaut, is da Adpfend voabei und d´Weihnacht a und mit dem Johr geht´s dahi. D´Gschenk san auspackt und man griagt vor Ostern nixmehr, höx´tns an Geburtstag. Owa oans is gwiß - da Adpfend kimmt olawei wieda !!!

Kleine Hilfestellung: Platzldoag = Plätzchenteig; Mo = Mann; Bummerl = runder Stein oder auch kleiner dicker Hund; Bärwurz = hochprozentiger Schnaps;  luasat: das ist zu langweilig und uninteressant

Diese und mehr Geschichten von Toni Laurer in seinem Buch:
I glaub, i spinn. Neue und alte Gschichten

von madame federkiel
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Dienstag, 16. dezember 2008

Es ist ca. 20 Jahre her; damals hatte ich beruflich zwar mit vielen Künstlern zu tun, Weihnachtsmänner gehörten aber normalerweise nicht zu meinen Arbeitskontakten.

Ich war die Erste und Einzige, die am Heiligabend um 22:00 Uhr für Freunde und Gäste bei uns im Bezirk geöffnet hatte. Ich hatte zwar Teller mit Weihnachtsgebäck, Mandarinen und Nüssen hingestellt, aber einen Weihnachtsbaum gab es nicht, nur ein wenig weihnachtliche Dekoration.

Bevor ich meine Gäste erwartete, ging ich mit der Familie irgendwo in netter Form essen und natürlich war ich dann mal nicht im Arbeitsdress, sondern "aufgerüscht", wie man in Hamburg sagt, und es war eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich sogar mal Schuhe mit hohem Absätzen trug.

Die Stammkunden meines Betriebes und auch Freunde und Nachbarn hatten um 22:00 Uhr meistens genug "in Familie gemacht" und freuten sich auf Bier und Wein.

Auch jene, die KEINE Lust auf die "Gefühlsduselei" der Feiertage hatten, sowie die, die einsam an diesem Tag "rumsingelten", standen damals pünktlich bei mir auf der Matte.


Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Jahre. Es kamen dann auch immer Musiker, mit denen ich arbeitsmäßig zu tun hatte, vorbei und machten "unplugged" Musik mit Gitarre und auf meinem kleinen Piano, darauf konnte ich mich immer verlassen.

Fernfahrer "strandeten" bei mir ebenso, wie ein kubanisches Ehepaar, das ein Kind erwartete und dessen Zimmervermieter sie deshalb vor die Tür setzen wollte.

Einmal kam ein älterer Obdachloser, der sich richtig Mühe gegeben hatte und sich im Kellinghusenbad, wo man damals noch Badezimmer stundenweise mieten konnte, blitzblank gescheuert und sauber angezogen hatte.

Er hatte ein kleines längliches Paket mitgebracht und bat mich um ein Messer, was ich ihm nur zögerlich aushändigte.
Darauf hin wollte er noch einen Teller und schnitt dann den Stollen, der in dem Paket gewesen war, in Scheiben um sie den anderen Gästen anzubieten.


Der Knaller aber war DER Heiligabend, als um 22:30 Uhr ein Weihnachtsmann in voller Montur hereinkam, ein paar Minuten später der nächste...und der nächste...und so weiter?!? Überraschung und Staunen bei mir und meinen Gästen!?


Als ich fragte, womit ich diesen
"Weihnachtsmann-Auflauf" verdient hätte, sagten Sie zu mir: "Es ist im Radio durchgesagt worden und auch bei Hansa-Taxi, dass sich die Weihnachtsmänner nach Dienstschluss bei Dir treffen!...

HUCH!!! Das war aber 'ne schöne Bescherung! Natürlich hatte auch die Presse mitgehört, stand der
"Weihnachtsmann-Auflauf" nach den Feiertagen in den Tageszeitungen, was für mein Geschäft natürlich nicht schlecht war.


Leider kamen die Gastwirte der Umgebung bald auch auf den Trichter, dass es auch an Heiligabend "Bedarf" für ihre Dienstleistung gab und damit erledigte sich für mich der alternative Heiligabend.
Da ein paar Jahre später ALLE Gastro-Betriebe in unserer Gegend am Heiligabend geöffnet hatten, kam schließlich keiner mehr auf seine Kosten und nun haben sie wieder ALLE geschlossen.


Aber so schön wie bei mir der Un-Heiligabend war, der bei vielen meiner Freunde und Bekannten schon zum Fest dazu gehörte, war es sicher in keiner der Kneipen.
von madame federkiel
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Mittwoch, 22. oktober 2008
Der junge Chuck will mit einer eigenen Ranch reich werden. Als Anfang kauft er einem Farmer ein Pferd ab. Er übergibt dem Farmer seine ganzen 100 Dollar und dieser verspricht, ihm das Pferd am nächsten Tag zu liefern.

Am nächsten Tag kommt der Farmer vorbei und teilt Chuck eine schlechte Nachricht mit: "Es tut mir leid, Kleiner, aber das Tier ist in der Nacht tot umgefallen." Meint Chuck: "Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück. "Geht nicht", eröffnet ihm der Farmer. "Ich habe das Geld gestern bereits für Dünger ausgegeben."

Chuck überlegt kurz. "Na dann", fängt er an, "nehme ich das tote Biest trotzdem." "Wozu denn?" fragt der Farmer. "Ich will es verlosen", erklärt ihm Chuck. "Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!", staunt der Farmer. Doch Chuck antwortet: "Kein Problem! Ich erzähl' einfach keinem, dass es schon tot ist..."

Monate später laufen sich Chuck - fein in Anzug und schicken Schuhen - und der Farmer in der Stadt über den Weg. Fragt der Farmer: "Chuck! Wie lief's denn mit der Verlosung des Pferde-Kadavers?" "Spitze", erzählt ihm Chuck. "Ich habe über 500 Lose zu je 2 Dollar verkauft und meine ersten 1'000 Dollar Profit gemacht."

"Ja... gab's denn keine Reklamationen?" "Doch - vom Gewinner", sagt Chuck. "Dem habe ich dann einfach seine 2 Dollar zurückgegeben."

Heute verkauft Chuck strukturierte Finanzprodukte bei Goldman Sachs...
So sieht er aus, der amerikanische Traum!

von madame federkiel
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