Montag, 16. november 2009
Am 16. November 1995 haben 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO eine Erklärung zu den
Prinzipien der Toleranz verabschiedet. „... Denn Toleranz ist (...) eine notwendige Voraussetzung für den Frieden und für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung aller Völker“, heißt es in
der Erklärung. Seitdem gilt der heutige Tag als Welttag der Toleranz.
Der Internationale Tag der Toleranz soll Problembewusstsein in der
Öffentlichkeit wecken und auch die Gefahren der Intoleranz deutlich machen. Doch was ist Toleranz eigentlich?
Anders als wir es leider immer noch in unserem Nokixel-Lexikon finden, bedeutet
Toleranz lange schon nicht mehr „etwas dulden, zulassen, gelten lassen“, abgleitet aus dem lateinischen tolerare = „ertragen, erdulden“, es schließt auch Großzügigkeit, Rücksichtnahme
und Aufgeschlossenheit ein.
In Artikel 1 der UNESCO*-Erklärung steht über die Bedeutung von Toleranz
(hier ein Auszug):
1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer
Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des
Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens.
1.2 Toleranz ist nicht gleichbedeutend mit Nachgeben, Herablassung oder
Nachsicht. Toleranz ist vor allem eine aktive Einstellung, die sich stützt auf die Anerkennung der allgemeingültigen Menschenrechte und Grundfreiheiten anderer.
1.3 Toleranz ist der Schlussstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (=
das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Interessen, Ansichten und Lebensstile), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält.
1.4 In Übereinstimmung mit der Achtung der Menschenrechte bedeutet praktizierte
Toleranz weder das Tolerieren sozialen Unrechts noch die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugungen. Sie bedeutet für jeden einzelnen Freiheit der Wahl seiner Überzeugungen, aber
gleichzeitig auch Anerkennung der gleichen Wahlfreiheit für die anderen. Toleranz bedeutet die Anerkennung der Tatsache, dass alle Menschen, natürlich mit allen Unterschieden ihrer
Erscheinungsform, Situation, Sprache, Verhaltensweisen und Werte, das Recht haben, in Frieden zu leben und so zu bleiben, wie sie sind. Dazu gehört auch, dass die eigenen Ansichten anderen nicht
aufgezwungen werden dürfen.
Quelle: *UNESCO (= United Nations Educational, Scientific and Cultural
Organization, zu deutsch: Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur)
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