mit 'Anstand' alt zu werden?
Lieber unanständig jung bleiben!"
Ausspruch der offenbar sehr emanzipierten
Schauspielerin Olga Tschechowa (1897-1980)
Dem kann sich Madame Federkiel nur anschließen
und wünscht ein freudvolles Wochenende!
Mal ehrlich, können Sie sich vorstellen, dass sich eine Frau über so ein Angebot freut?! Dennoch scheinen viele Männer zu denken, dass sie den Damen damit ein tolles Geschenk machen!
Da hat sich ein Mann das ganze Leben lang geweigert, sich und seine wahren Befindlichkeiten wahrzunehmen. Er hat sich jedes Ratschlags bezüglich seiner Gesundheit verweigert, hat alles, was ihm nicht gut tut möglichst bis zum Exzess betrieben, geraucht, getrunken bis er den Verstand verlor und/oder völlig verfettet war.
Er hat nicht geruht, bis er auch die Frauen davon überzeugt hat, dass Bindungsfähigkeit nicht Männersache ist und Frauenversteher für ihn Weichlinge sind.
Zu allem Überfluss beschloss er für sich, dass Empfängnisverhütung Frauensache ist, riskierte dabei nicht nur Leib und Leben von sich und setze auf diese Weise auch noch Kinder in die Welt.
Damit konnte er zwar vor seiner Umwelt seine Zeugungsfähigkeit demonstrieren, bereit dazu, ein
guter Vater zu sein war er deshalb noch lange nicht.
Triebgesteuert ließ er seine Seele hungern und mottete seinen Verstand ein.
Als Maß aller Dinge war es ihm wurscht, wenn Frauen ihm rieten, mal innezuhalten und in sich zu
gehen. Ich glaube solche Männschen haben auch berechtigte Angst vor dem, was sie in sich vorfinden.
Damit meine ich nicht Gunter Gabriel, obwohl das Meiste wohl auf ihn zutrifft. Ich meine einen Großteil der Männer.
Was mich schon als junge Frau wunderte war, welche Vorstellung Männer von Frauen haben? Ich meine nicht, wie sie Frauen SEHEN, sondern was sie glauben, was Mädels wünschen! Und auch, was Frauen
unter "einem Kerl, ein ganzer Mann!" verstehen.
Das vorgenannte sicher nicht Jungs, soviel kann ich euch schon verraten.
Ich weiß bis heute nicht, ob Männer sich das alles nur einreden, damit sie eine Entschuldigung dafür haben, keine Verantwortung übernehmen zu müssen, aus ihren Beziehungen ausbrechen zu dürfen
und den nächsten weiblichen Herausforderungen hinterher hecheln zu können?
Wenn Männer lebensmittig angeblich noch einmal die "GROßE LIEBE" in Form einer mindestens zwanzig Jahre jüngeren Frau finden, ignorieren sie konsequent, dass sie für die Dame nur den Papi geben
dürfen, aber gewiss nicht mehr die Jugendfrische vergangener Tage zurückerlangen.
Mit Glück stoppt sie gerade noch rechtzeitig vorm Abnippeln ein einschneidendes Ereignis wie z. B. Herzinfarkt, ein kleiner Schlaganfall oder die Ankündigung eines Arztes, dass sie jetzt wählen
dürfen, ob sie mit ihrem Raubbau an sich selber direkt aufhören und noch ein paar Jahre leben wollen, oder so weitermachen und innerhalb des nächsten halben Jahres endgültig den Löffel
abgeben?
Dann kommt er, der Moment!
Dann geht ihm durch den Kopf, dass er nicht alleine sein möchte, wenn ihn die Zipperlein plagen, dass er wieder zu Mutti zurück will und umsorgt werden.
Und dann macht Mann der Frau das unseriöse Angebot, offeriert ihr seine Reste und wundert
sich, wenn er an Frauen gerät, die sich unter Umständen nur für seine Rente interessieren und ihm dann wirklich "den Rest" geben.
Es gibt übrigens Männer, die sich nicht geweigert haben, erwachsen zu werden. Männer, die Verantwortung für sich, ihr Leben und ihre Lieben übernehmen und fähig sind, nicht nur ihr Ego zu
polieren. Männer, für die partnerschaftliches Verhalten kein Fremdwort ist.
Solche Männer fühlen sich meistens wohl in ihrer Haut und werden von Frauen gehegt und gepflegt,
damit sie möglichst lange Leben.
Ich finde es schade um jede(n), der sich nicht wohl fühlt in seiner Haut, sich ununterbrochen etwas beweisen muss und irgendwann konstatiert, dass es in seinem Leben nicht sehr viele schöne, berührende, liebevolle Momente gab, sondern ihn eigentlich immer die Angst umtrieb, vor der Gesellschaft (Gesellschaft - sind das nur Männer!?) als Versager dazustehen.
Mann sollte sich gemeinsam emanzipieren, dann sehen Frauen auch keine Notwendigkeit darin, sich vom Mann emanzipieren zu müssen!
Gunter Gabriel, der gerade mittels Lebensbeichte in Platten- und Buchform Bilanz zieht, wird sicher demnächst nicht mehr singeln gehen müssen, da er wieder im Rampenlicht steht und damit den
begehrten Heiligenschein hat.
Ob er sich aber sicher sein kann, dass die Damen seine angebotenen männlichen Reste wollen, oder doch nur Popularität und evtl. Knete, darüber muss er sich schon selbst Gedanken machen. Alt und
gebrechlich genug ist er ja jetzt.
Das Geheimnis des Abnehmens - der ultimative Weg zum Idealgewicht!
Figurprobleme sind sehr beliebt, zumindest bei den Herstellern von Pülverchen,
Tropfen und Pillen zum Abnehmen.
Auch bei Gurus die verkünden, sie hätten die ultimative Formel zum dauerhaften Abnehmen gefunden.
Bücher über DIE neueste DIÄT gehen weg wie geschnitten Brot -
natürlich ganz ohne Kalorien.
Das Thema ABNEHMEN ist eine Gelddruckmaschine, an der fett verdient wird!
Wer Bewegung scheut, seinem Körper über einen längeren Zeitraum statt hochwertige Lebensmittel jede Menge mit Geschmacksverstärkern aufgepeppten fettigen Fertig-Schweinkram zumutet, die entstehenden Defizite dann mit teuren Nahrungsergänzungspulvern und sog. Smoothies auszugleichen trachtet, muss sich nicht wundern, wenn das System schlappmacht oder einschläft.
Schließlich ist unser System seit Jahrtausenden darauf programmiert, dass natürliche Nahrungsmittel beschafft werden müssen, sie zu "knacken" - aus Obst und Gemüse die Wertstoffe zu er- und verarbeiten, die unseren Motor am Laufen halten. Diese Vorgänge kosten Energie = Kalorien, halten unser Betriebssystem aber auch fit.
Wird unser Betriebssystem also nicht ausreichend gefordert, geht es kaputt - wie der Motor des supergepflegten Oldtimers, der seit Jahren nur in der Garage steht.
Aber Genau wie Kranke, die solange gegen eigene Vernunft und Wohlbefinden gehandelt haben, bis Körper und Seele rebellieren, jetzt aber vom Arzt erwarten, dass mit Medikamenten die Auswirkungen ihres Treibens bekämpft werden können und alles wieder gut wird, geht man auch an die Beseitigung seiner Figurprobleme.
Von Appetithemmern in Pillenform über hochkonzentrierte, langweilig schmeckende
Proteinpülverchen bis hin zu reiner Zellulose (Sägespäne) als Magenfüller, wird seit Jahren für viel Geld alles runtergewürgt, was Männschen/Mädels ihrer Traumfigur näher bringen könnte.
Funktioniert ja oft auch - wenn auch nur vorübergehend!
Allerdings sind es nicht Pillen, Pülverchen, Diät oder Trennkost, die das Fett temporär schmelzen lassen, sondern die Tatsache dass man gleichzeitig kontrolliert und ausgewogen isst - etwas, was man normalerweise strickt ablehnt.
Auf eines ist jedoch Verlass - wer die Ursache eines Problems ignoriert, dem bleibt es auch erhalten.
Das Geheimnis eines dauerhaften weil gesunden Wohlfühlgewichtes ist allein, dass Körper und Seele das bekommen, was man wirklich braucht. Dann hört der Organismus auf zu betteln, was sich in Appetit und ähnlichem Frustverhalten äußert.
Dauernder Appetit oder Heißhunger signalisiert, dass irgend etwas Wichtiges fehlt.
Nicht die Menge des Essens zu erhöhen macht dann zufrieden, sondern nur
der Ausgleich dieses Mangels.
Welcher Mangel vorliegt, muss jeder für sich herausfinden (lassen?), dafür gibt es keine Formel.
Dem einem Menschen fehlen Kohlehydrate (damit ist nicht Schokolade und Kuchen
gemeint!), dem anderen Vitamine oder andere Vitalstoffe, dem dritten das seelische Gleichgewicht und menschliche Zuwendung.
Sich in seiner Haut wohl zu fühlen ist nicht nur sehr wichtig, es ist auch gut für die Figur.
Die Crux ist - um den Mangel herauszufinden, muss man sich erst einmal mit sich
selbst befassen, sich wahrnehmen, was für viele so schwer ist, wie das Erlernen einer exotischen Fremdsprache.
Ob man zuwenig, zuviel und vor allem das Falsche isst, oder ob man andere permanente Frustverhalten entwickelt - meist ist negativer Stress die Ursache.
Unzufriedenheit/Stress, zuwenig Bewegung, Alkohol und Fertiggerichte sind die schlimmsten Feinde einer guten Figur.
Ich selbst habe mit zunehmendem Alter Pölsterchen angesetzt, obwohl ich mich
ausgewogen, lecker und gesund ernähre, selbst bekoche und nie zuviel gegessen habe. Kohlehydrate verwandeln sich bei mir blitzartig in Fett, weshalb sie bei mir nur am Rande stattfinden.
Meine eigene Abnehmformel habe ich eher durch Zufall gefunden.
Wenn ich zusätzlich zu meinen normalen Mahlzeiten eine große Extraportion Salat aus rohem Gemüse (Kohlrabi, Paprika, Tomaten Radieschen Zwiebeln etc., angemacht mit einem
Esslöffel Zaziki) esse, nehme ich rapide ab. Zwei Kilo in den ersten vier Tagen, vier Kilo insgesamt in einem Monat. Offenbar fehlte meinem Betriebssystem Wasser in genau dieser "gebundenen"
Form.
Positive Nebenwirkung; ich habe überhaupt keine Heißhungerattacken mehr.
Auch die ärztlich attestierte angebliche Muskelschwäche meines Magens, die dazu führte, dass ich nachts Sodbrennen bekam, weil die Magensäure in die Speiseröhre zurückfloss (Reflux), habe ich nie
wieder gespürt. Entweder ist mein Magen in Ordnung, oder/und nicht mehr sauer auf mich.
Im Moment verzichte ich auf diese meine spezielle Nahrungsergänzung, weil gerade so viel tolles Obst aus unserer Region auf dem Markt ist und ich darin schwelge. Damit ist mein Motor sehr zufrieden; ich nehme zwar nicht ab, aber auch nicht zu und im Spätherbst gehe ich dann die fünf überflüssigen Kilos an, die ich noch loswerden möchte.
Dass der Mensch halt ein Unikat mit all seinen Eigenheiten und Eigenarten ist, zeigt sich auch am Beispiel einer Freundin, die regelrecht aggressiv wird, wenn sie nicht genug Kohlehydrate bekommt (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis), aber kaum Fett essen darf.
Sie hat mit vitamin- und kohlehydratreicher Kost und wenig Eiweiß in einem Jahr 30 Kilo abgenommen, bei allerbester Laune und Leistungsfähigkeit. Sie hat Lust bekommen auf Bewegung und macht seit Neuestem Sport.
Es gibt sie offenbar nicht, DIE eine allgemeingültige
Abnehm-Formel!
Aber den Weg, sich selbst zu entdecken und sein Wohlfühlgewicht dabei zu finden, diesen Weg gibt
es.
Diesen wunderschönen roten Hut hat "Helga" gemalt und noch viel mehr, was man HIER beäugen kann.
Wer Helga ist, weiß ich nicht und ein Impressum stand auch nicht bei ihren Bildern.
Der Hut passt so wunderschön zu meinem Beitrag, dass ich Ihn meiner geneigten Leserschaft dennoch nicht vorenthalten möchte.
Nicht nur für Frauen, auch für Männer, die versuchen wollen, Frauen zu verstehen, ist die folgende hübsche Bildergeschichte:
The Bright Red Hat!
Im Alter von 24 Jahren veröffentlichte Helene Stöcker ihren ersten Aufsatz über „Die moderne Frau“, in dem sie die Auffassung vertrat, pekuniäre Unabhängigkeit sei die erste Vorbedingung für jede
Art von Freiheit. Außerdem meinte sie, es müsse die Frage gelöst werden, wie die in der Ehe durch Küche und Kinderstube belastete Frau diese Freiheit nicht wieder verliert.
Gerne schreibe ich anlässlich des Weltfrauentages mal auf, was ich und meine Freundinnen sich
wünschen würden.
In erster Linie, mit einigen Irrglauben aufzuräumen.
Zum Beispiel den, dass Frauen die Rolle der Männer übernehmen möchten; das halten die wenigsten von uns für erstrebenswert.
Wir haben genug eigenes Potential, um alle Aufgaben, die das Leben stellt auf unsere
Art zu bewältigen und wir können auch gut darauf verzichten, uns mit den Männern messen zu müssen.
Frauen brauchen keinen Kerl, der ihnen zeigt, wo's lang geht, sondern wünschen sich Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe.
Wir sind überzeugt davon, dass "Eigenartigkeit" für beide Seiten bereichernd sein kann.
Es liegt weder an unseren Genen noch an unserer Gebärfähigkeit, gute Putzfrauen, Köchinnen und Mütter zu werden; das müssen wir genauso lernen, wie es Männer müssten.
Auch die Begabungen von Frauen sind genauso unterschiedlich und vielfältig wie die der Männer.
Die Gehirne von Frauen sind zwar etwas anders strukturiert als die der Männer, aber qualitativ kann das Denkvermögen von Frauen mit dem der Männer durchaus mithalten.
Wie sich in den letzte Jahren an den Universitäten gezeigt hat, ist unser Lernvermögen und die Bereitschaft zum Lernen sogar besser, als bei Männern.
Das Verlangen nach Sex haben Frauen genauso (je nach Temperament) wie Männer, nur haben wir im Zuge der Evolution lernen müssen, verantwortungsvoller und kontrollierter damit
umzugehen.
Wir geben nicht einzelne Körperteilen Namen und gestehen ihnen ein Eigenleben zu, sondern sind
der festen Überzeugung, dass die Kontrollstation im Kopf sitzt - bei Frauen wie auch bei Männern.
Kondome für Männer sind nicht ungesünder als die Anti-Baby-Pille (Hormone) für Frauen und die Pille schützt auch nicht automatisch vor Aids und Geschlechtskrankheiten und entlässt Männer aus
jeglicher Verantwortung.
Es macht einen erheblichen Unterschied, ob eine Frau ihre Zustimmung zum Sex gibt, oder nicht!
In den 60ger Jahren erlebte ich Joan Baez beim Ostermarsch gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Mit Fasia Jansen stand sie auf
einem Lastwagen, zwei Gitarren, zwei Stimmen, ein Mikrofon.
Was für eine große Stimme! Wir sangen zusammen voller Inbrunst "We shall overcome"!
Als „Hohepriesterin der Mode“ und „Königin der Haute Couture“ feierte man die französische Modeschöpferin Coco Chanel (1883–1971), die bürgerlich Gabrielle Chanel hieß. Weltweit bekannt wurden Cocos bortengesäumtes Chanel-Kostüm – kombiniert aus kurzem Rock, der eine Handbreit über dem Knie schwebte, Pullover und Jacke –, das „kleine Schwarze“ – ein kurzes Kleid der Charlestone-Epoche – und das herb-süße Parfüm „Chanel Nummer 5“.
Gabrielle Chanel kam am 19. August 1883 als zweite uneheliche Tochter des Hausierers Albert Chanel und seiner Geliebten Jeanne Devolle in dem Sevennen-Dorf Saumur an der Loire zur Welt. Ihr Vater heiratete ihre Mutter am 17. November 1884, als bereits das dritte Mädchen unterwegs war. 1889 und 1891 folgte jeweils ein Junge, wovon letzterer jedoch bald starb.
Nach dem frühen Tod ihrer vermutlich einer Bronchitis erlegenen Mutter am 16. Februar 1895 wurde die elf Jahre alte Gabrielle Chanel, die bis dahin beim Verkauf von Wein und Kurzwaren auf der Straße geholfen hatte, völlig verwahrlost in das Waisenhaus eines Klosters von Obasine gebracht. Da die Schwestern der „Kongregation vom Heiligen Herzen Mariens“ bereits ihr Abendessen eingenommen hatten, boten sie Gabrielle zwei schnell gekochte Eier an.
Mit knapp 18 Jahren wechselte Gabrielle Chanel in das „Pensionat Notre-Dame“ der Stiftsdamen von „Saint Augustin“ in Moulins am Allier. Dort erhielt sie zwei Jahre lang am Internat für minderbemittelte junge Mädchen Unterricht. Hierher kam seit ihrem zehnten Lebensjahr auch ihre etwa gleichaltrige Tante Adrienne Chanel.
Nach dem Verlassen des Pensionats arbeiteten die 20-jährige Gabrielle und Adrienne in der Garnisonsstadt Moulins am Allier als Verkäuferinnen in einem Spezialgeschäft für Aussteuer- und Babyartikel, wo beide bei ihrem Arbeitgeber in einem Zimmer wohnten. Außerdem führten sie für die Damen dieses Ortes Stichelarbeiten aus und fertigten Hüte an.
Zu ihrem Vornamen „Coco“ kam Gabrielle Chanel durch ihre Auftritte in der „Rotonde“ von Moulins, dem Tingeltangel der Hauptstadt des französischen Departements Allier. Dort sang sie das rührende Chanson „Qui qu’a vu Çoco dans l’ Trocadéro?“. Deswegen nannte das Publikum, zu dem schmucke Offiziere des 10. Jägerregiments von Moulins gehörten, sie bald nur noch „la petite Coco“.
Der gesellschaftliche Aufstieg von Gabrielle Chanel begann 1904, als sich Etienne Balsan (1880–1953), der Sohn eines Pariser Industriellen, der als Lehrgangsoffizier in Moulins diente, für sie interessierte. Er brachte ihr bei, wie man sich in der feinen Gesellschaft benimmt, und von ihm wurde sie schwanger, worauf sie eine Abtreibung vornehmen ließ. Coco lebte von 1906 bis 1910 mit Balsan in Royallieu zusammen.
Einem Vorschlag von Etienne Balsan folgend, fertigte Gabrielle Chanel für Freundinnen anmutige Hüte an. Die von ihr kreierten Kopfbedeckungen trugen keine Straußenfedern, Tüll, Samtschleifen oder flatternde Bänder. Diese ungewohnte Schmucklosigkeit wurde von manchen Trägerinnen als Ausdruck einer neuen exzentrischen Modelaune geschätzt.
Durch ihren Liebhaber Etienne Balsan machte Coco Chanel 1909 die Bekanntschaft des britischen Bergwerksbesitzers Arthur („Boy“) Capel (gest. 1919). Einige Tage später erwartete sie den Briten am Bahnhof von Pau. Bei einer Fahrt im Schlafwagen nach Paris wurde sie seine Geliebte. Capel bescheinigte Coco bei morgendlichen Ausritten, sie habe das Zeug zur Geschäftsfrau und gab ihr eine Bürgschaft für einen Bankkredit, mit dem sie 1911 in Paris ihr erstes Modehaus eröffnete. 1914 kam ein Hutgeschäft in Deauville dazu.
Während des Ersten Weltkrieges (1914–1918) blieben fast alle Modehäuser in Paris geschlossen, nur das von Coco Chanel nicht. Sie kaufte ballenweise Baumwolljersey und nähte daraus schlichte geradlinige Kleider ohne Rüschen, die bald die Welt der Mode revolutionieren sollten.
Nach dem Ersten Weltkrieg gelang Coco der eigentliche Durchbruch. Sie kreierte für Frauen den Kurzhaarschnitt („Bubikopf“), Pullover, kurze Röcke und Hosen. In den 1920-er Jahren entwarf sie die berühmten „Cardigan-Jacketts“. Selbstbewusst sagte sie über sich: „Der Stil, das bin ich“.
In Paris mietete Coco Chanel nach dem Ersten Weltkrieg zunächst das Haus Nummer 22 in der „Rue Cambon“, später kamen die Häuser 27 bis 31 dazu. Die Geschäfte liefen bald so gut, dass sie in einem blauen „Rolls-Royce“ fahren und manche ihrer vielen Liebhaber mit Geld unterstützen konnte. Zu den wenigen Männern, die Coco Chanel wirklich geliebt hat, gehörte Hugh Richard Arthur Grosvenor, Herzog von Westminister (1879–1953), mit dem sie von 1924 bis 1933 liiert war. Der Adlige, einer der reichsten Männer Englands, hatte so manchen Spleen: Beispielsweise trank er morgens grünen Chartreuse (Kräuterlikör) und ließ sich von seinem Diener jeden Morgen die Schnürsenkel bügeln. Bei einer gemeinsamen Mittelmeerfahrt schenkte der Herzog Coco ein kostbares Halsgeschmeide, das sie zornig über Bord warf.
Der Herzog von Westminister wünschte sich von Coco Chanel sehnlichst einen Stammhalter. Aus diesem Grund testete die mittlerweile 41-Jährige mit ihrem blaublütigen Geliebten viele ausgefallene Stellungen beim Geschlechtsverkehr, die ihr eine Hebamme als besonders empfängnisfördernd empfohlen hatte. Nach jahrelangen ergebnislosen Versuchen – von Coco als „demütigende Gymnastik“ empfunden – kehrte der Herzog nach England zurück.
1939 zog sich Coco Chanel von der Bühne der Pariser Haute Couture zurück. Sie lebte damals im Pariser Hotel „Ritz“, auf dessen Dach nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen die Hakenkreuzfahne wehte. Im „Ritz“ war Coco schon vor dem Zweiten Weltkrieg der Deutsche Hans Günther von Dincklage (geb. 1896) begegnet, der ihr Geliebter wurde und dem man später die Kontrolle der französischen Textilindustrie anvertraute.
Während des Zweiten Weltkrieges war das „Modehaus Chanel“ geschlossen. Coco Chanel verdankt ihr Comeback Marie Hélène van Zylen (gest. 1995), die ihr 1953 ihr neuestes Ballkleid vorführte. Coco fand dieses schrecklich, riss den Vorhang aus tiefrotem Taft herunter und machte aus dem Fetzen ein Ersatzkleid. Als Frau van Zylen diese abgeänderte Robe auf einem Ball trug, fragte man sie mehrfach, woher sie diese wunderbare Kreation habe.
Weil die Geschäfte mit Parfüm nicht mehr gut gingen, präsentierte Coco Chanel am 5. Februar 1954 nach 15-jähriger Pause wieder eine Kollektion. Die Kritiker äußerten sich über die unverändert elegante und schlichte Linie enttäuscht, doch die Kundinnen waren hellauf begeistert.
Als der Minirock aufkam, lehnte Coco Chanel dieses Kleidungsstück ab. Sie erklärte, dies sei eine schreckliche Epoche für alle Frauen, die nicht mehr ganz jung seien. Dem später kreierten Midirock sagte sie ein baldiges Ende voraus. Coco war ein auf Erfolg fixierter Workaholic und eine Perfektionistin, die auch noch auf dem Zenit ihrer Karriere jede Naht persönlich überprüfte. Wie viele Reiche, die als Kinder hungern mussten, hatte sie eine fast krankhafte Angst vor Armut.
Am 10. Januar 1971 starb Coco Chanel im Alter von 87 Jahren im Pariser Hotel „Ritz“, wo sie seit Jahrzehnten eine Suite bewohnte. Zuvor hatte sie über Unwohlsein geklagt, worauf ein Zimmermädchen einen Arzt verständigte, der sie tot auffand.
An der Trauerfeier für Coco Chanel in der Pariser „Madelaine-Kirche“ nahmen die Modeschöpfer Yves Saint-Laurent und André Courrèges, ihre Mannequins in Chanel-Kostümen und zahlreiche reiche Kundinnen teil. Der Sarg wurde nach dem Gottesdienst nach Lausanne (Schweiz) gebracht.
Nach Coco Chanels Tod übernahm der deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld die Führung des Hauses Chanel. Heute werden die exklusiven Modelle von Mademoiselle Chanel weltweit in Boutiquen verkauft. Sie sind inzwischen auch für jene Frauen erschwinglich, die zu ihren Lebzeiten von einem Chanel-Kleid allenfalls zu träumen wagten.
Heute möchte ich darauf hinweisen, dass das Wahlrecht von Frauen in unserer "ach so fortschrittlichen" Republik gerade mal 90 Jahre alt ist.
Vom Zugestehen dieses Rechts bis zu der Zeit, als Frauen dann auch eine eigene Meinung bei der Wahl haben durften und nicht die Ansichten ihrer Väter oder ihrer Ehemänner vertreten mussten,
vergingen mindestens noch 50 weitere Jahre - ein langer Weg.
Das Wahlrecht für Frauen verdanken wir im Wesentlichen einer Frau - Louise Otto-Peters, und der Weimarer
Räterepublik.
Louise Otto-Peters, eine Frau die ich als meine Schwester im Geiste bezeichnen, und hiermit auf Ihre Biografie verweisen möchte.
So empfanden viele Männer und Frauen im 19. Jahrhundert. Klar, denn Leistungen wie Waffendienst und Steuerpflicht, die der Staat
forderte, konnten scheinbar nur Männer erfüllen. Die Folge: Frauen hatten keine Pflichten, also bekamen sie auch keine Rechte. Sie durften weder wählen noch Mitglied einer Partei sein noch
politische Arbeit machen – die Öffentlichkeit war dem Mann zugedacht.
Frauen lehnen sich auf
Ihre Benachteiligung ließen sich einige Frauen nicht gefallen. In der 1. Hälfte des 19. Jh. forderte Louise Otto-Peters als 1. deutsche Frau das Recht auf politische Mitwirkung: Sie gründete 1865 den „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ für
bessere Mädchenbildung und gleiche Chancen im Beruf. 1873 verlangte die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm erstmals das Wahlrecht.
Als Gruppe organisierten sich vor allem arbeitende Frauen (Proletarierinnen) in einer Frauenbewegung, um gegen politische Benachteiligung vorzugehen. Sie traf ihre Rechtlosigkeit mehr als
bürgerliche Frauen, deren Welt Haushalt und Familie war und die nicht für Billiglöhne arbeiten mussten. Unter dem Einfluss von Clara Zetkin nahm die SPD 1891 als 1. deutsche Partei die Forderung
nach dem Frauenwahlrecht in ihr Programm auf.
Internationale gebündelte Frauenpower
Nach der Jahrhundertwende rumorte es schließlich in ganz Europa und Amerika. Nachdem friedlicher Protest nichts nutzte, setzten englische Frauenrechtlerinnen ab 1910 militante Mittel ein: Sie
warfen Steine in Fensterscheiben von Banken und Ministerien, zündeten Briefkästen und Golfplätze an und legten sogar Bomben. Auf der 2. Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen
Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt, alljährlich einen Frauentag mit internationalem Charakter zu veranstalten. Seither finden am 8. März weltweit Veranstaltungen statt, die auf die Rechte der
Frauen hinweisen.
Der Staat bittet Frauen zur Wahl
1918 war es in Deutschland dann so weit: Der Kaiser hatte abgedankt, der 1. Weltkrieg (1914–1918) war zu Ende. Die Arbeiter- und Soldatenräte, die nun an die Macht kamen, hatten ein offenes Ohr
für die Frauen: Der Rat der Volksbeauftragten – die Übergangsregierung des Deutschen Reiches – erkannte den Frauen per Verordnung das Wahlrecht zu. Ab 1919 stand es dann auch schwarz auf weiß in
der Weimarer Verfassung. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 durften 17 Millionen Frauen erstmals ihre Stimme abgeben. Und mehr als 80 % von ihnen gingen damals
tatsächlich zur Wahlurne.
Genauso wichtig wie das aktive Wahlrecht war auch das passive: Frauen durften sich von nun an zur Wahl stellen. Zahlreiche Wähler entschieden sich dafür, dass Frauen sie politisch vertreten: Von
den 310 Frauen, die kandidiert hatten, zogen 41 in die Nationalversammlung ein – bei 423 Abgeordneten war dies ein Anteil von 9,6 %. Zwischen 1933 und 1945 nahmen die Nationalsozialisten den
Frauen jedoch das passive Wahlrecht wieder ab, eine weibliche Beteiligung an der Politik passte nicht ins Frauenbild.
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