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  • : Klar-Text von "madame federkiel"
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  • : Auf diesem Gedanken-Strich treibt Madame "federkiel" Gedankenjonglage und Wortartistik, sagt ganz subjektiv ihre Meinung, gibt Tipps, kess, vorlaut, besinnlich, liebenswert aber immer heiter bis.... bissig!
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Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg
Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune.
Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. 
Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.
  • madame federkiel Geboren: vor Lichtjahren in Hamburg Wesenszüge: Unerschütterliches Selbstvertrauen gepaart mit Menschenliebe und guter Laune. Mein Leben habe ich als ständige Herausforderung verstanden. Viele Wege bin ich gegangen. Langweilig war es zum Glück nie.

Wo Finde Ich...

2. April 2008 3 02 /04 /April /2008 19:23

Nicht dass wir das dringend bräuchten! Aber die Möglichkeit, vermietete Wohnungen aus Altbau-Mehrfamilienhäusern einzeln als Eigentum zu verkaufen, ist eine todsicher Möglichkeit, Mieten in die Höhe zu treiben.

 

Die damit Verbundene Tatsache, dass alteingesessenen Familien dadurch  ihr Zuhause und damit meistens auch über Jahrzehnte gewachsene soziale Kontakte verlieren, weil sie irgendwann wegen (angeblichem) Eigenbedarf aus ihrem gewohnten Umfeld zwangsentfernt werden, ist nicht nur menschenverachtend, es ist m. E. dumm!

 

Was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat, diese Möglichkeit des Eigentumserwerbs zu schaffen, weiß ich nicht, an den Erhalt sozialer Strukturen jedenfalls dachte er nicht und die Mieter waren ihm offenbar völlig egal.

Ich frage mich, ob diejenigen, die die gesetzlichen Voraussetzungen für diese unsinnigen Verkäufe geschaffen haben, nicht in der Lage sind, umsichtig zu denken, oder zur Lobby von Spekulanten und Hausbesitzern gehören. Die Interessen des Normalbürgers haben sie in diesem Fall mit Füßen getreten.

 

Von einem Mehrfamilienhaus mit 12 Partien kann ein Hausbesitzer super leben, wenn er die Substanz des Hauses regelmäßig pflegt.

Aber mit Altbauwohnungen auf diese Weise Geschäfte machen zu wollen, bedeutet Wuchermieten zu provozieren.

 

Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn leere Wohnungen verkauft werden. Allerdings ist auch das bei Altbauten eine sehr zweifelhafte Form des Geschäftemachens.

 

Selten ist den Einkäufern in die meist ca. hundert Jahre alten Bauten klar, was für Folgekosten auf sie zukommen. Sie sehen nur den Verkaufspreis und die hübsche Farbe, die noch schnell auf die Wände gepinselt wurde. Sie wissen zwar, dass an der Wohnung selbst einiges zu  tun ist.


Sie sehen aber nicht die Substanz des Daches, das spätestens dann saniert werden muss, wenn der neue Besitzer der Dachböden diese ausbauen will.

Ihnen ist auch selten klar, dass bei allen Häusern dieses Alters eine Sanierung des Fundaments nötig ist und oftmals auch die Balkons völlig erneuert werden müssen.

 

Spätestens, wenn diese Investitionen, meist nach einer Zeit, in der noch keine Rücklagen gebildet werden konnten, auf die stolzen Wohnungs-Besitzer zukommen, schmeißen die ersten das Handtuch, weil ihr Kreditrahmen ausgeschöpft ist, und verkaufen weiter - oft mit Verlust.

In unserem Haus hat sich lediglich eine der alten Mietparteien ihre ehemalige Mietwohnung gekauft.
Nachdem sie dieSanierungsmaßnahmen hinter sich hatten, ist diese Familie lieber zu den Schwiegereltern aufs Land gezogen, um über die dann schon verdoppelten Mieteinnahmen die Kredite abzahlen zu können.

Jetzt sind die zehn Jahre nach dem Verkauf der Wohnungen in unserem Haus um, meine zwei einzigen "alten" Nachbarn - die neuen kenne ich gar nicht mehr, weil sie ständig wechseln, sobald sie eine bezahlbarere Wohnung gefunden haben - haben jetzt die Kündigung wg. Eigenbedarfs erhalten. Beide Parteien zwischen 60 und 75 Jahre alt, seit mehr als 40 Jahren hier wohnhaft.

 

Da der Gesetzgeber verlangt, dass der Eigentümer nur zwei Jahre in der erworbenen Wohnung wohnen muss, reicht es, wenn er ein Familienmitglied dort anmeldet und den übrigen Teil der Wohnung untervermietet - möglichst möbliert, weil teurer und der Mieter leichter zu entfernen.

 
Wir haben jetzt u.a. Mietnomaden hier wohnen, denen schon der Strom abgedreht wurde, um sie los zu werden. Das BKA, Abteilung Drogen- und Menschenhandel, hat auch schon eine Wohnung gestürmt, die der Besitzer über einen Makler vermieten lässt, und in der nur nachts manchmal Leute ein- und ausgingen.

Das alles in normaler, gutbürgerlicher Wohngegend!

 
So treibt man die statistischen Zahlen des Mietenspiegels in die Höhe, weil es immer Menschen in Großstädten geben wird, die wenigstens vorübergehend die so entstandenen horrenden Mieten löhnen, weil sie einfach wohnen müssen.

Und so zerstört man die gewachsenen, soziale Strukturen!

Eine Wohnung ist für Menschen mehr als nur ein Dach überm Kopf!

Es ist vor allem ein ZUHAUSE und darf nicht zum Spekulationsobjekt verkümmern!

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Published by madame federkiel - in Nun mal im Ernst!
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